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Schläfer

Ident. Nr.: B 1258

ObjID: obj:962394

1984 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Frank Dornseif (1948 -),
Künstler*in
Datierung
1983
Weitere Titel
Sammlungstitel: Schläfer
Übersetzung: Sleeper
Geografische Bezüge
Material / Technik
Armiereisen
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 230 x 165 x 210 cm
Erwerbung
1984 Ankauf von der Galerie Fahnemann, Berlin, durch das Land Berlin aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Dornseifs „Schläfer“ ist ein monumentales, in den Raum gezeichnetes Spiel mit der Perspektive. Mit Umrisslinien aus zusammengeschweißten Armierungseisen hinterfragt der über zwei Meter hohe, an die Wand gelehnte Kopf klassische Topoi der Bildhauerei wie Allansichtigkeit und Materialität. Die Schlichtheit der geschwungenen Linie lässt das sperrige Material vergessen und stellt sogar die Dreidimensionalität zur Disposition. Die Arbeit bewegt sich so zwischen Zeichnung und Plastik. Als Ausgangspunkt dienen Vorzeichnungen auf Pergamentpapier, die der 1948 in Radevormwald geborene Künstler mithilfe eines Projektors anfertigt. Mit diesen Zeichnungen als physischer Vor- und Unterlage schweißt er die Eisenstangen in der entsprechenden Form zusammen. Die entstehenden Beschädigungen des Papiers sind Zeugnis des Arbeitsprozesses. Zugleich lotet der Künstler damit die Grenzen der Zeichnung als klassisches Medium aus. Für Dornseif, der 1970–1977 an der Hochschule der Künste in Berlin Bildhauerei studierte, gehören die Vorzeichnungen somit zu seinem künstlerischen Werk. Charakteristisch für sein Schaffen sind neben der Auseinandersetzung mit dem menschlichen Kopf auch Zitate der Kunst- und Kulturgeschichte, insbesondere etruskischer Motive, die er in der Monterozzi-Nekropole bei Tarquinia im Latium studierte. Auf die Fresken der dortigen Grabkammern gehen auch die teilweise sehr expliziten Darstellungen zurück, die Dornseifs Werk bis in die frühen 1980er-Jahre prägten. | Tizian Holzbach

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson