Stillleben mit Ananas
Ident. Nr.: A II 637
ObjID: obj:962453
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1909
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Stillleben mit AnanasÜbersetzung: Still Life with Pineapple
- Provenienz
- Max Oppenheim, Wien,
390727 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 109 x 78 cm
- Erwerbung
- 1928 Ankauf über die Kunsthandlung Würthle und Sohn , Wien
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962453
Objektbeschreibung
Dieses Stillleben, eines der ersten Ölgemälde Kokoschkas (WVZ Winkler/Erling 1995, 15), steht spürbar unter dem Eindruck der Werke Vincent van Goghs, die im Entstehungsjahr in der Wiener „Internationalen Kunstschau“ zu sehen waren. Kokoschka hatte fünf Jahre zuvor seine Ausbildung dank eines Stipendiums an der Kunstgewerbeschule Wien begonnen, an der er Schüler von Carl Otto Czeschka war, dem Mitbegründer der Wiener Werkstätte. Gustav Klimt begrüßte den 22-Jährigen, noch völlig unbekannten Studenten als „das größte Talent der jungen Generation“ (zit. nach Werner J. Schweiger, Der junge Kokoschka, Wien/München 1983, S. 72); Josef Hoffmann und Koloman Moser, die für Kunstgewerbeschule und Wiener Werkstätte die „Kunstschau Wien 1908“ veranstalteten, zeigten Kokoschka dort prominent. Die Presse beschimpfte den Maler überwiegend als Bürgerschreck – „Oberwildling“ (Kritik von Ludwig Hevesis, nach Schweiger, S. 47, ohne Nachweis) gehörte noch zu den harmloseren Kommentaren –, aber Moser und Emil Orlik erwarben Zeichnungen, und der Architekt Adolf Loos (vgl. dessen Bildnis, A II 448) begann ihn entschieden zu fördern: Er vermittelte Kokoschka Porträtaufträge aus seinem Bekanntenkreis, darunter auch Wilhelm Hirsch (vgl. dessen Porträt, A III 448). Die exotischen Früchte auf dem Stillleben sollen ein Geschenk vom Vater des Künstlers gewesen sein (WVZ, S. 8). Neben Äpfeln, Birnen, Weintrauben und Aprikosen sind eine Ananas, Bananen, Feigen und ähnliche exotische Früchte dargestellt, die lediglich im „Kolonialwarenladen“ erhältlich und nicht nur für Kokoschka unerschwinglich waren. | Oliver Seifert
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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