Logo

Das Atelier Paul Klees in Düsseldorf

Ident. Nr.: B 58/15

ObjID: obj:962466

1951 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gottfried Brockmann (1903 - 1983),
Künstler*in
Datierung
1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Das Atelier Paul Klees in Düsseldorf
Übersetzung: Paul Klee's Düsseldorf Studio
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1952
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1952–1968
Material / Technik
Öl und Tempera auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 41 x 47 cm
Erwerbung
1951 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

1926 schrieb sich Brockmann an der Düsseldorfer Kunstakademie ein. Zuvor war er bei den Kölner Dadaisten und den Progressiven um Heinrich Hoerle aktiv gewesen. In Düsseldorf wurde er 1928 sowohl Meisterschüler von Heinrich Campendonk als auch Vorsitzender des Allgemeinen Studenten-Ausschusses. In dieser Funktion wirkte er 1929 an der Berufung Paul Klees als Leiter einer Malklasse mit. 1931 wechselte Klee vom Dessauer Bauhaus nach Düsseldorf und bezog am 19. Oktober sein Atelier in der Akademie. Fotos von diesem sind nicht erhalten, lediglich Zeichnungen, in denen Klee seine Bilder als rein schematische Flächen anordnete (vgl. „Flächen im Atelier“, 1931; Zentrum Paul Klee, Bern). Brockmanns Darstellung ist ähnlich aufgebaut: Klees Geigenkasten, ein Notenständer, ein Thonet-Stuhl und eine Staffelei mit Gemälde stehen auf dem Dielenboden. Durch ein angeschnittenes Fenster fallen goldene Lichtstrahlen auf den Arbeitsort des Künstlers und sein Werk, von dem nur die Rückseite sichtbar ist. Mit dem Licht nimmt Brockmann das mittelalterliche Motiv göttlicher Inspiration auf und verbindet es mit Atelierdarstellungen der Frühromantik sowie dem Raumkonzept der Pittura metafisica. „In das Atelier Klee habe ich natürlich öfter […] einen Blick werfen können“, schrieb der Maler später, doch sei sein Gemälde „das Resultat eines mehr oder weniger gelungenen Ringens um eine möglichst eindeutige Rekonstruktion eines Erlebnisses aus der Vorstellung, wobei alles spontan Emotionelle ausgeschieden werden soll“ (Brief an Dr. Elisabeth Decker, 29.7.1969, zit. nach Joachim Kruse, Gottfried Brockmann, Schleswig 1970, S. 58). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson