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Bildnis meiner Mutter

Ident. Nr.: A IV 253

ObjID: obj:962500

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Bernhard Heisig (1925 - 2011),
Künstler*in
Datierung
1970
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis meiner Mutter
Übersetzung: Portrait of My Mother
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 120 x 85 cm
Erwerbung
1970 Ankauf vom Künstler, Leipzig

Objektbeschreibung

Heisig, 1925 in Breslau geboren, musste 1945 seine Heimatstadt verteidigen. 1947 verließ er die Stadt – nun, unter polnischer Verwaltung, Wrocław – mit seiner Mutter und studierte von 1949 bis 1951 an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. Untrennbar verbunden mit Heisigs Visionen von der „Festung Breslau“ (A IV 304) sind die Porträts seiner Mutter, die diese zum Beispiel mit Blick auf die Stadt („Bildnis der Mutter III“, 1967; Lindenau-Museum, Altenburg) oder vor Breslau in Flammen („Meine Mutter vor brennender Stadt“, 1976) zeigen. Heisig berichtete, dass seine Mutter mental immer in Breslau blieb und sich nie mit dem Verlust abgefunden hat (Mitteilung an den Autor, 15.10.2000). Das „Bildnis meiner Mutter“ zeigt sie acht Jahre vor ihrem Tod im Dreiviertelporträt aus leicht erhöhter Perspektive etwas nach vorn gebeugt formatfüllend in einem Armlehnstuhl. Mit etwas geneigtem Kopf scheint sie melancholisch in sich hineinzublicken. Die ärmellose grünblaue Bluse, an der eine Brosche befestigt ist, verleiht ihr eine bescheidene Eleganz. Die schweren, groben Hände in ihrem Schoß zeugen von einem langen Arbeitsleben. Der durch ein Fenster im Hintergrund lichtdurchflutete Raum erinnert an das berühmte Gemälde „Das Balkonzimmer“ von Adolph von Menzel (1845, A I 744). Nur ein leichter Schatten streift die Dargestellte von der Seite. Heisigs Porträt verleiht der Mutter trotz ihres vorgerückten Alters eine ungebrochene Präsenz und Autorität. | Eckhart J. Gillen

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson