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Kniendes Mädchen

Ident. Nr.: B I 585

ObjID: obj:962503

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Curt Beckmann (1901 - 1970),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: um 1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kniendes Mädchen
Übersetzung: Kneeling Girl
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1936
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 19 x 11,5 x 10 cm
Erwerbung
1936 Ankauf vom Künstler

Objektbeschreibung

Beckmanns kleines „Kniendes Mädchen“ ist aus Bronze gefertigt. Die Füße der Figur sind aufgestellt, sie beugt sich leicht nach vorn, ihre Arme hält sie mit geöffneten Händen vom Körper gestreckt, und schaut nach unten auf den Boden. Ihre Haare hat sie zu einem Zopf zusammengebunden. Besonders interessant ist die Haltung ihrer Füße, von denen der rechte auf dem Ballen aufgestellt ist und der linke auf der Oberseite der Zehen, als ob sie sich im Knien vorwärtsbewegen würde. Diese nicht alltägliche Haltung war ein beliebtes Motiv jener Bildhauer, die sich in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zunehmend von vorgefertigten Modellposen zu verabschieden suchten. Insbesondere die 1926 entstandene „Kniende“ von Georg Kolbe (B III 123), die vom Ausdruckstanz inspiriert ist, könnte als Vorbild gedient haben. Beckmann hatte zwischen 1922 und 1929 an der staatlichen Kunstakademie in Düsseldorf studiert, zunächst Malerei, dann Bildhauerei; er war Meisterschüler bei Hubert Netzer und Richard Langer gewesen. Seine erste Ausstellung fand 1928 mit der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland in der Kunsthalle Düsseldorf statt. Ab 1931 war er Mitglied im Deutschen Künstlerbund bis zu dessen Verbot im Jahr 1936. Als Beckmann nach fünf Jahren Kriegsdienst 1945 zurückkehrte, ließ er sich in einer Atelierwohnung in Alsterdorf bei Hamburg nieder, wo auch heute noch einige seiner Skulpturen im öffentlichen Raum zu sehen sind. | Anja Pawel

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Badende

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Die Statue scheint 1909 für einen mehrfigurigen Brunnen konzipiert worden zu sein, was den Titel „Badende“ erklärt. Um 1910 wurde jedoch nur eine einzelne Bronzefigur hergestellt, die an der Fassade eines 1910/1911 errichteten Miets- und Geschäftshauses in der Hardenbergstraße 1 in Berlin-Charlottenburg ihre Aufstellung fand. Der Eigentümer dieses „Haus am Knie“ genannten Gebäudes und damit auch der Figur war der Architekt und Immobilienunternehmer Arthur Vogdt. Die Fassade hatte der junge Bruno Taut entworfen. Die Statue stand auf einem hohen Sockel am Eingang des Hauses; ihre auffallende Drehung war auf diesen Standort abgestimmt. Wegen eines Schreibens des Bildhauers Richard Scheibe wurde die Figur früher auf 1904/1905 datiert; das trifft jedoch genauso wenig zu wie die Datierung um 1906 (Ethos und Pathos. Die Berliner Bildhauerschule 1786–1914, Ausst.-Kat. Skulpturengalerie der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin, 1990, Nr. 124). Die Angabe „um 1910“ dagegen entspricht der Bauzeit des Hauses. Damals schuf Kolbe auch eine große Frauenstatue nach dem Modell der späteren Bildhauerin Renée Sintenis (Georg Kolbe, 1877–1947, Ausst.-Kat. Georg Kolbe Museum, Berlin, 1997, Abb. S. 27). Wegen der Proportionen, der aufgerichteten Haltung und des herben Gesichts dürfte die „Badende“ nach demselben Modell entstanden sein. Im Zweiten Weltkrieg wurde das „Haus am Knie“ zerstört. Die Statue gelangte in den Besitz von Kurt Reutti, der zahlreiche Kunstwerke aus Berliner Kriegsruinen rettete. 1957 war die Bronze eine der ersten Erwerbungen für die Nationalgalerie (West). | Ursel Berger

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans