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Medaille Gerhard Marcks

Ident. Nr.: B 232

ObjID: obj:962577

1957 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1951
Weitere Titel
Sammlungstitel: Medaille Gerhard Marcks
Übersetzung: Medallion for Gerhard Marcks
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1957
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Durchmesser: 13,5 cm
Erwerbung
1957 Ankauf vom Künstler, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Scheibe gestaltete regelmäßig Medaillen als Geschenk für befreundete Künstlerinnen und Künstler. Mit Gerhard Marcks (1889–1981) verband ihn eine langjährige Freundschaft. Sie lernten sich 1907 in Berlin kennen, ab 1908 arbeitete Marcks in Scheibes Atelier, und sie teilten wechselnde Ateliers bis 1914. In dem Jahr schufen sie gemeinsam Reliefs für Walter Gropius Musterfabrik auf der Werkbund-Ausstellung. Zeit ihres Lebens blieben die beiden Bildhauer einander eng verbunden, stellten zusammen aus und führten einen regen Briefwechsel. Die Medaille zeigt Marcks im Profil nach rechts gewandt in der für Scheibes Bildnismedaillen charakteristischen, ruhigen Formsprache. Die Rückseite füllen Darstellungen von Hammer und Meißel als Bildhauerwerkzeuge. Darunter findet sich der Name des Porträtierten sowie das Entstehungsjahr 1951. Von der Medaille existieren mehrere Fassungen. In der Sammlung der Nationalgalerie befinden sich zwei frühere Exemplare aus dem Jahr 1945 (B I 679 und B 231). | Philine Pahnke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson