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Porträt Hanns Eisler

Ident. Nr.: B III 8

ObjID: obj:962592

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wieland Förster (1930 ),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Hanns Eisler
Übersetzung: Portrait of Hanns Eisler
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 29,5 x 24 x 26 cm
Erwerbung
1963 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost), aus der V. Deutschen Kunstausstellung, Dresden

Objektbeschreibung

Der in Wien aufgewachsene Komponist Hanns Eisler (1898–1962), ein Schüler Arnold Schönbergs, ging 1925 nach Berlin, wo er zum Kreis um Bertolt Brecht gehörte. Seine sozialistischen Neigungen festigten sich in dieser Zeit. Hier wurde er gewissermaßen zum politischen Künstler und schrieb Arbeiterlieder wie das „Solidaritätslied“ (1929/1931) oder das „Lied des Arbeitslosen“ (1929), später auch Filmmusik. 1933 musste Eisler aufgrund seiner jüdischen Wurzeln und politischen Überzeugungen Deutschland verlassen; von 1938 bis 1948 lebte er in New York und Los Angeles, bis er die USA aufgrund der politischen Verfolgung von Kommunist*innen und deren Sympathisant*innen verließ. Als Kommunist und Schönberg-Schüler fand er auch im Wien der Nachkriegszeit keine Anstellung; so lebte er einige Jahre zwischen Wien und Ost-Berlin, äußerte sich kritisch sowohl über den Sozialismus als auch über den Kapitalismus. 1949 komponierte Eisler die Nationalhymne der DDR, kurz darauf wurde er Professor an der 1950 gegründeten Deutschen Hochschule für Musik, die nach seinem Tod in Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin umbenannt wurde. Förster lernte den Komponisten in der Deutschen Akademie der Künste kennen, das Porträt entstand kurz vor Eislers Tod. Später berichtete Förster, dass ein Funktionär des Ministeriums für Kultur es für unpassend gehalten hätte, Eislers abstehende Ohren wiederzugeben, doch er fand: „Aber er hatte sie und stand zu ihnen!“ (Wieland Förster. Porträtplastiken, Ausst.-Kat. Marbach am Neckar, 2000, S. 60). | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson