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Family Group

Ident. Nr.: B 66

ObjID: obj:962662

1952 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Henry Moore (1898 - 1986),
Künstler*in
Datierung
1944
Weitere Titel
Sammlungstitel: Family Group
Familiengruppe
Provenienz
Irina Moore,
1944–1952
British Council, London,
1952
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1952–1968
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 14 x 11 x 7 cm
Erwerbung
1952 Ankauf vom British Council, London, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

„Family Group“ ist eine von insgesamt 14 kleinformatigen Skulpturen (zehn Bronzen, vier Gipse/Terrakotten), die der britische Bildhauer Moore Mitte der 1940er-Jahre geschaffen hat. Sie alle zeigen – ebenso wie die zahlreichen Zeichnungen, die ihnen vorausgegangen waren – eine Familie in verschiedenen Zusammenstellungen und Posen. Die vorliegende Gruppe bildet in einer abstrahierten Ausarbeitung ein sitzendes Paar mit einem Kleinkind auf dem Schoß. Der Mann hat seinen Arm vertrauensvoll um seine Partnerin gelegt, auf deren Schoß ein aufgeschlagenes Buch ruht. Die Idee für die Familiengruppe geht auf ein Projekt für die von den Architekten Walter Gropius und Maxwell Fry entworfene Schule in Impington (1935/1936) in der Nähe von Cambridge Mitte der 1930er-Jahre zurück, die ausdrücklich auf Familien zugeschnitten war. Für diese wurde Moore um eine großformatige Skulptur gebeten (vgl. Harry Rée, Educator Extraordinary. The Life and Achievement of Henry Morris, London 1973, S. 70–72). Aufgrund der Ausrichtung lag es also nahe, eine Familie wiederzugeben, zumal Moore schon länger von dem Motiv Mutter und Kind fasziniert war. Aufgrund fehlender Finanzierung wurde das Projekt nie realisiert. Moore verfolgte das Thema in den 1940er-Jahren trotzdem weiter, was zu den erwähnten Fassungen und späteren Vergrößerungen für den öffentlichen Raum führte. Seine „Family Group“ steht für einen positiven Blick in die Zukunft, im Gegensatz zu den „Shelter Drawings“ (unter anderem Tate, London), in denen der Künstler Anfang der 1940er-Jahre die zusammengedrängten Personen zeigte, die während des Zweiten Weltkriegs in der Londoner U-Bahn Schutz suchten. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson