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Samba Show

Ident. Nr.: B 1057

ObjID: obj:962663

1974 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ursula Sax (1935 ),
Künstler*in
Datierung
1974
Geografische Bezüge
Material / Technik
Holz
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 206 x 190 x 55 cm
Erwerbung
1974 Ankauf von der Künstlerin, Berlin, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie Berlin (West)

Objektbeschreibung

Nachdem Sax bereits Ende der 1950er-Jahre mit Holz gearbeitet hatte, kehrte sie um 1972 zu diesem Material zurück. Mit neu erlernten Fertigkeiten schuf sie zunächst abstrahierte Bäume und ging dann zur menschlichen Figur über. Auf einer Brasilien-Reise erlebte sie den Karneval in Rio de Janeiro und begeisterte sich für die Tänze dort. Schon zuvor waren erste Holzfiguren ihrer Werkgruppe „Danzantes“ (Tanzende) entstanden. Die Skulpturen aus verzapften Brettern, Planken, Platten und Rundformen gestaltete sie zunächst als Einzelfiguren in ausgreifender tänzerischer Bewegung. In zahlreichen Zeichnungen widmete sich Sax dann den Bewegungsabläufen des Gruppentanzes. Ihre daraus hervorgegangene lithografische Mappe „Carioca“ erschien 1976. Im Gegensatz zu den auf Umrundung angelegten Einzelfiguren besitzt das Ensemble „Samba Show“ eine klare Ansichtsseite. zur Stabilisierung konstruierte Sax zunächst ein hochrechteckiges Gerüst, an das die einzelnen Bretter dann montiert werden konnten. Von vorn zu sehen sind drei abstrahierte Figuren mit emporgeworfenen Armen in rhythmischem Ausschreiten. Die Hölzer sind nur geschnitten, aber nicht bemalt. Ihre verschiedenen Maserungen ergeben eine lebendige Binnenzeichnung. Der Ankauf der Samba-Gruppe erfolgte im Zusammenhang mit einer Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, zu der auch Horst Hirsig und Gerd van Dülmen eingeladen waren. Nationalgalerie-Direktor Werner Haftmann sah in den ausgestellten Werken eine Verbindung von konstruktiver Sachlichkeit und barockem Schwung. | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson