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Porträt André Gide

Ident. Nr.: NG 59/81

ObjID: obj:962988

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renée Sintenis (1888 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt André Gide
Übersetzung: Portrait of André Gide
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1965
Nachlass/Vermächtnis: Magdalena Goldmann, Berlin,
1965–1981
Material / Technik
Ton (weiß)
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 35 x 17 x 21 cm (inkl. Sockel)
Erwerbung
1981 Vermächtnis Magdalena Goldmann, Berlin (West), aus dem Nachlass Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Nach seinem erfolgreichen Frühwerk „Les Nourritures terrestres“ („Uns nährt die Erde“, 1897) und weiteren Veröffentlichungen gehörte André Gide (1869–1951) um 1918 zu den tonangebenden französischen Literaten seiner Epoche. Weitere zentrale Bücher wie „Corydon. Quatre dialogues socratiques“ („Corydon. Vier sokratische Dialoge“, 1924), „Si le grain ne meurt“ („Stirb und werde“, 1926) sowie „Les Faux-Monnayeurs“ („Die Falschmünzer“, 1926) sollten folgen. Mit „Corydon“ sowie „Stirb und werde“ machte Gide seine Homosexualität öffentlich, was für ihn einem Befreiungsschlag gleichkam. Spätestens Anfang der 1920er-Jahre wurde sein Werk auch in Deutschland zunehmend rezipiert. Im Februar 1928 hielt sich der Schriftsteller zu einer Lesung in Berlin auf, wo er vermutlich auch Sintenis kennenlernte, die im selben Jahr ein Bildnis von ihm schuf. Aus Ton fertigte die Bildhauerin eine ausdrucksstarke Charakterstudie, in der sie mittels einer skizzenhaften Modellierung die Wesenszüge des Literaten zu fassen suchte. Über ihre Porträts bemerkte der Schriftsteller Hans Siemsen 1928: „Wie richtig, gerecht, heidnisch-unsentimental, unvoreingenommen und ohne moralisches Urteil sie sehen kann und sieht, das können wir […] am deutlichsten aus ihren Menschen-Portraits erkennen. Ohne jede Wertung, direkt und richtig, unbarmherzig und liebevoll richtig sind diese Menschenportraits der Renée Sintenis“ (Hans Siemsen, Neue Plastiken. Renée Sintenis, in: Vogue, 11.4.1928, S. 42). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson