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Feierabend

Ident. Nr.: A IV 352

ObjID: obj:962993

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Uwe Pfeifer (1947 -),
Künstler*in
Datierung
1977
Weitere Titel
Sammlungstitel: Feierabend
Übersetzung: End of the Workday
Abmessungen
Höhe x Breite: 89,5 x 116,5 cm
Erwerbung
1977 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale, aus der VIII. Kunstausstellung der DDR, Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

Pfeifer hatte eine Lehre als Gebrauchswerber absolviert, bevor er von 1968 bis 1973 in Leipzig bei Wolfgang Mattheuer, Werner Tübke und Hans Mayer-Foreyt Malerei studierte. Bekannt wurde er in der DDR durch kühle und distanziert wirkende Gemälde, die an den damals international populären Fotorealismus erinnern. Dabei kehrte er immer wieder zum Thema Stadtlandschaft zurück. Auch das Motiv der gekachelten Unterführung mit gut gekleideten Passant:innen wiederholt sich in seinem Werk. Mal konzentriert sich der Maler auf die achteckigen Betonmülleimer, mal auf einzelne Figuren in einem ansonsten leeren Gang. In „Feierabend“ wirken die Farben der Mäntel in der Neonbeleuchtung fast übertrieben bunt. Die Menschen sind nur von hinten dargestellt, die Hände erscheinen hier und da wie in einer abwehrenden oder wegwerfenden Geste festgehalten. Die Betrachtenden sind ausgeschlossen und die Figuren nehmen keinen Kontakt untereinander auf; nur der Zufall – die Uhrzeit, zu der man nach Hause geht – bringt sie zusammen. Ein Einzelner wirft einen Blick über die Schulter und tritt so aus der Masse heraus, die sonst in Reih und Glied, Frauen und Männer abwechselnd, fast zu marschieren scheint. Stellt Pfeifer etwas an dieser Routine, an der scheinbaren Ordnung in Frage? Ist dies ein politischer Kommentar oder lediglich eine Alltagsbeobachtung? Als das Gemälde auf der „VIII. Kunstausstellung der DDR“ 1977 in Dresden zu sehen war, verstanden es manche als unterschwellige Gesellschaftskritik des Malers. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson