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Kiefernwald

Ident. Nr.: A IV 520

ObjID: obj:962994

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Zuschreibung unsicher: Otto Dix (1891 - 1969),
Künstler*in
Datierung
um 1910
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kiefernwald
Übersetzung: Pine Forest
Provenienz
Auktion: Zentralantiquariat der DDR, Leipzig,
1985
Material / Technik
Öl auf Leinwand auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 50,5 x 28,5 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Zentralantiquariat der DDR, Leipzig

Objektbeschreibung

Zu sehen ist in diesem Gemälde ein Blick durch einen sommerlichen Kiefernwald auf eine Lichtung, wobei die hoch aufragenden Bäume mit dem schmalen Hochformat des Malgrundes korrespondieren. Das Bild wurde 1985 bei der „12. Buch- und Grafikauktion“ des Zentralantiquariats der DDR in Leipzig für die Nationalgalerie erworben. Der Verkaufspreis betrug 17.160 Mark (einschließlich Aufgeld), was dem damaligen Wert von zwei Autos der Marke Trabant entsprach. Im Katalog der Auktion wurde es als ein Gemälde von Dix angeboten und war mit „Waldstück“ betitelt, obwohl es weder signiert noch datiert noch im Werkverzeichnis des Künstlers (WVZ Löffler 1981) genannt ist. Angaben zur Provenienz fehlen ebenso. Ob es sich tatsächlich um ein Gemälde von Dix handelt, kann ohne Hinweise auf die Herkunft nicht geklärt werden. Falls es aus der Hand des Künstlers stammt, kommt eine Datierung in die Geraer Jugendzeit infrage: Während seiner vierjährigen Handwerksausbildung zum Dekorationsmaler ging Dix ab 1908, angeleitet von seinem ehemaligen Zeichenlehrer aus der Volksschule, Ernst Schunke, sonntags in die Natur, um Motive aus der Thüringer Landschaft zu malen. | Sven Beckstette

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson