Die Wächter
Ident. Nr.: A IV 411
ObjID: obj:962995
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1936
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Die WächterÜbersetzung: The Watchmen
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 152 x 127 cm
- Erwerbung
- 1980 Ankauf von den Erben Karl Hofers, Familie Müller, Dresden, aus Mitteln des Kulturfonds der DDR
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962995
Objektbeschreibung
Zu Hofers Werk gehören sowohl zahlreiche Selbstporträts als auch vielfach Darstellungen von Rufern, Trommlern, Bläsern, Wächtern, Spähern und anderen Personen, die Aufgaben des Warnens, Aufklärens oder Weckens wahrnehmen. Vor dem Hintergrund der Zeitgeschichte sowie der gesellschaftskritischen Einstellung des figurativen Malers und persönlichen Schicksalsschlägen sind solche Figuren metaphorisch, als Sinnbilder des mahnenden Beobachtens soziopolitischer Verhältnisse zu verstehen. „Der Künstler ist eben ein Seismograph, der das Unheil vorausregistriert“, schrieb Hofer 1947 (Brief an Hans-Carsten Hager, zit. nach Kassandra. Visionen des Unheils 1914–1945, Ausst.-Kat., Berlin, 2008, S. 19). Es verwundert deshalb nicht, dass viele der Gestalten in Hofers Bildern dem Maler physiognomisch ähneln – so auch „Die Wächter“. Stumm frierend starren die drei einsamen Feldhüter in die Ferne, jeder in eine andere Richtung. Ihre Blicke sind so leer und düster wie die unheilschwangere Öde der nächtlichen Winterlandschaft, in die man sie postiert hat. Sie halten Speere bereit für eine mögliche Verteidigung; eine Trompete zur Warnung oder zum Kampfaufruf liegt in Reichweite am Boden. Erinnerungen an Hofers dreijährige Internierung als Kriegsgefangener in Frankreich während des Ersten Weltkriegs schwingen in diesem 1936 entstandenen Bild ebenso mit wie seine Erfahrungen als verfemter Künstler im nationalsozialistischen Deutschland. 1934 mit Mal- und Berufsverbot belegt und aus der Hochschule in Berlin entlassen, war er – wie die Wächter – in jenen Jahren zu Untätigkeit, Einsamkeit und seelischem Rückzug verdammt. | Christina Thomson
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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