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Gartenblumen

Ident. Nr.: A II 779

ObjID: obj:962996

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Bartning (1876 - 1956),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1931
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gartenblumen
Übersetzung: Garden Flowers
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1932
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 42 x 54 cm
Erwerbung
1932 Geschenk des Künstlers

Objektbeschreibung

Das 1932 durch die Nationalgalerie beim Künstler erworbene Blumenstück (A II 778) zeigt den engen Ausschnitt eines Sommergartens mit botanisch genau erfassten Pflanzen. „Zu meinen Blumenbildern“, so Bartning, „bin ich von der Landschaft her gekommen. Schon vor 30 Jahren habe ich versucht, den Vordergrund des Landschaftsbildes zu selbständiger Bedeutung zu entwickeln. Daraus ist das entstanden, was ich die Nahlandschaft nenne und für eine neue, fast unbekannte Aufgabe halte“ (Ludwig Bartning, in: Maler und Bildhauer der Juryfreien II, Berlin 1929, o.S.). Der Künstler schenkte zu dem Ankauf ein zweites Gemälde (A II 779). Dieser Gartenblumenstrauß in leuchtenden Farben auf dunklem Grund erinnert in der Feinheit und Präzision der Darstellung an Malerei des frühen 19. Jahrhunderts, etwa an die Blumenbilder des Porzellanmalers Gottfried Wilhelm Voelcker. Bartning, der seine erste Ausbildung und Prägung bei Paul Schultze-Naumburg erhielt, gehörte zum konservativen Flügel der deutschen Neuromantik. Ab 1913 war Bartning an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums tätig, mit Beginn der 1920er Jahre wurde er Professor an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin-Charlottenburg. Als Lehrkraft hielt er dort im März 1931, zur Entstehungszeit der beiden Blumenbilder, den stringent aufgebauten Vortrag „Was ist lehrbar in der Kunst?“. Mit dem Siegeszug der Skizze seit dem Impressionismus wie der Absolutsetzung des seelischen Gestus mit dem Expressionismus hielt er alles Lehrbare für stark zurückgedrängt. Einen Ausweg sah er in der Rückkehr zum soliden Handwerk, wofür die beiden kunstreich auf Holz gemalten, nahsichtigen Blumenbilder stehen, sowie in einer respektvollen Sicht auf die Natur: „Vielleicht ist doch noch ein neues Wunder zu entdecken, das kein Auge je gesehen hat, obwohl es vor aller Augen lag“, ermunterte er zum Schluss seine Zuhörer. (Ludwig Bartning, Was ist lehrbar in der Kunst?, Berlin-Charlottenburg 1932, o.S.). Mit seiner Frau Gertrud und den gemeinsamen Kindern hat Bartning, ein Bruder des Architekten Otto Bartning, zahlreiche botanische Werke illustriert und 1950 ein Lehrbuch der Blumenmalerei publiziert. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Wahnsinnige Harlekine vor den Trümmern des Krieges

Wahnsinnige Harlekine vor den Trümmern des Krieges

Sechs Jahre arbeitete Ehmsen an diesem Bild. In jene Zeit fielen seine Berufung zum Vizedirektor der Berliner Hochschule für die bildenden Künste 1945, seine Teilnahme an der Reise einer Künstlerdelegation nach Moskau 1948 und seine Unterschrift unter eine Grußadresse an den „Weltfriedenskongress“ der Kommunistischen Partei 1949 in Paris. Diese Unterschrift führte zur Entlassung Ehmsens von der Hochschule in Berlin-Charlottenburg und anschließend zu seiner Aufnahme als Gründungsmitglied der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin. Das Gemälde zeigt eine winterlich-erstarrte Ruinenlandschaft, zerrissen in gleißend helle und nachtschwarz verschattete Partien. In ihrer Mitte scheint eine Krankonstruktion in schrillen Rot-Rosa-Orangetönen (abgeleitet von der im Krieg entstandenen Zeichnung „Gesprengte Kräne in Rotterdam“; Heinrich Ehmsen, Wien 2009, Abb. S. 44) förmlich zu explodieren. Darunter sind glühende Häuser, marschierende Soldaten und schräg ragende Totenkreuze zu erkennen. Vor dieser apokalyptischen Szenerie tanzen die „wahnsinnigen Harlekine“ mit Krawatte in den deutschnationalen Farben Schwarz-Weiß-Rot und mit den Attributen des Börsianers: Schirm und Zylinder. Ursprünglich hatten die Anzüge Nadelstreifen getragen (vgl. Karl Max Kober, Die Kunst der frühen Jahre. 1945–1949, Leipzig 1989, Taf. 252), die auch in früheren Werken des Künstlers den Kapitalisten charakterisieren (vgl. „Gegensätzliche Menschen“, A II 1048). | Kyllikki Zacharias

Najaden

Najaden

In Marmor schuf Steger eine Gruppe zweier Wassernymphen, die sie als Dreiviertelrelief direkt aus dem Stein meißelte. Die kräftig-voluminös gearbeiteten Najaden, die laut der griechischen Mythologie über Quellen, Flüsse, Sümpfe und Seen wachen, sind kompakt und zugleich sinnlich bewegt ausgeführt. Mit geschlossenen Augen recken die beiden Flussgöttinnen ihre Köpfe gen Himmel. Die kniende und die halb sitzende Figur sind nahezu unbekleidet, zwei Tücher bedecken sie nur leicht. Stegers klassizistisch anmutende Figuren der 1930er- und 1940er-Jahre erfuhren während der Zeit des Nationalsozialismus durchaus Anerkennung. Sie waren auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München zu sehen, 1936 und 1940 nahm die Bildhauerin an Kunstwettbewerben für die Olympischen Spiele teil, 1938 erhielt sie den Villa-Romana-Preis. 1934 hatte der Kunstkritiker Fritz Nemitz Stegers Figuren als „Ausgleich und Synthese zwischen statischer, blockgebundener Kunst und dynamischer, offener Plastik“ beschrieben, die ihre „schöne, schwingende Mitte zwischen diesen Polen plastischen Gestaltens und auch die Mitte zwischen Abstraktion und Sinnlichkeit“ gefunden hätten (Fritz Nemitz, Milly Steger, in: Die Kunst für Alle, 50. Jg. [1934], H. 1, S. 11). Zu den Erfolgreichen des Regimes gehörte Steger dennoch nicht: Große, erhoffte (Bau-)Aufträge blieben aus. Einige ihrer Arbeiten wurden 1937 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt, darunter das „Schreitende Mädchen“ (1931; Verbleib unbekannt) in der Sammlung der Nationalgalerie. Nach 1945 blieb Steger kaum Zeit, an die Erfolge der Vorkriegszeit anzuknüpfen: 1948 erlag sie einem Krebsleiden. | Maike Steinkamp

Stehende III (Entwurf)

Stehende III (Entwurf)

Ursprünglich waren „Stehende II“ (B III 141) und „Stehende III“ (B III 142) Teil eines Entwurfs für eine Figurengruppe, die in der Nationalen Mahn- und Gedenkstätte des ehemaligen Frauen-Konzentrationslagers Ravensbrück am Fuß des Pylonen mit der Tragenden (B I 718) platziert werden sollte. Lammert schuf eine 15-köpfige Gruppe von Frauen und Mädchen, deren Gesichter und Körper von Hunger, Leid und Todesangst gezeichnet sind. Die Köpfe sind in unterschiedliche Richtungen gewendet, doch die Blicke sind leer und perspektivlos, die Körper ausgezehrt und schwach. Im Gegensatz dazu vermittelt Fritz Cremers Buchenwaldmahnmal (1952–1958; B I 694 und B III 279) noch kämpferischen Überlebenswillen. Als Lammert 1957 starb, waren die Figuren unvollendet und konnten zunächst nicht zur Aufstellung gebracht werden. 1985 wurden 13 der Figuren gegossen und als Mahnmal vor dem Alten Jüdischen Friedhof an der Großen Hamburger Straße 26 in Berlin-Mitte aufgestellt. In Unterlebensgröße auf einem Sockel stehend, begegnen sie den Passant*innen auf Augenhöhe. Die Wahl des Ortes sowie die Neuaufstellung waren das Ergebnis einer Übereinkunft zwischen den Erben Lammerts, der Berliner Akademie der Künste und des Magistrats von Ost-Berlin. Die Gestaltung basiert auf einem Entwurf von John Heartfield für eine Plastik, die ursprünglich für die Lammert-Gedächtnisausstellung in der Deutschen Akademie der Künste in Ost-Berlin 1959 vorgesehen war. | Anja Pawel

Chile 73. Zum Tode Pablo Nerudas

Chile 73. Zum Tode Pablo Nerudas

Collagen und Assemblagen waren für Göritz, die bis 1963 an der Hochschule für bildende und angewandte Kunst in Berlin-Weißensee studiert hatte, wichtige Ausdrucksformen, um sich mit dem Zeitgeschehen und persönlichen Erleben auseinanderzusetzen. Mit „Chile 73. Zum Tode Pablo Nerudas“ reagierte sie auf den Militärputsch in dem südamerikanischen Land am 11. September 1973. Die drei Jahre zuvor demokratisch gewählte Regierung des sozialistischen Präsidenten Salvador Allende war gestürzt und in der Folge eine brutale Militärdiktatur errichtet worden. Kurze Zeit nach dem Putsch war zudem der unter militärischer Bewachung stehende chilenische Dichter Pablo Neruda, Nobelpreisträger und Freund Allendes, gestorben. In der DDR zerbrach mit Allendes Regierung die Hoffnung vieler Bürger*innen auf demokratische Reformen im eigenen Land. Ungemein breit fiel daher auch das künstlerische Echo auf das Ereignis aus. Als eindrückliches Beispiel hierfür steht Göritz’ Assemblage in Kontrast zum offiziellen Kunstschaffen in der DDR, für das Anfang der 1970er-Jahre noch die klassischen Gattungen und eine realistisch-figürliche Formauffassung maßgebend waren. In Göritz’ Bild wirken die aufwendig arrangierten, alltäglichen Materialien wie versprengt. Die spröde, silbrig-graue Farbgebung lässt die etwas dunklere untere Bildhälfte rußig wirken. Ein mittig aufgebrachtes, ärmelähnliches Stück Stoff und seine stellenweise rote Übermalung eröffnen Assoziationen an Verletzung und Schmerz. So mutet das Werk als Sinnbild auf Zerfall und Auslöschung an. | Sophie Thorak

Stehende

Stehende

Für die Skulptur aus Erlenholz stand Kirchner seine Freundin Erna Schilling (1884–1945) Modell. Erst im Frühjahr 1912, kurz nach seinem Umzug von Dresden nach Berlin, hatte er sie und ihre Schwester Gerda kennengelernt. Beide Frauen arbeiteten als Tänzerinnen in einem Nachtlokal. Mit ihrem kinnlangen Kurzhaarschnitt verweist die Figur – trotz der zeitlosen Nacktheit – auf die Gegenwart. Der zur Seite geneigte Kopf und der Tanzschritt verleihen der „Stehenden“ mit ihren vor dem Schoß verschränkten Händen eine starke Dynamik. Auf der Rückseite ist die Figur dagegen flach und relativ wenig ausgearbeitet. Dies resultiert aus der Form des Holzblocks und signalisiert zugleich klar, dass sich der Künstler von den Gestaltungsidealen akademischer Bildhauerei bewusst abgrenzte und stattdessen an außereuropäischer Kunst sowie der deutschen Frührenaissance orientierte. Auch mit der Wahl des Materials Holz, der damit einhergehenden Rückbesinnung auf die „Hand“ des Künstlers und mit der Maxime, direkt „aus dem Material“ zu schaffen, distanzierte sich Kirchner von der etablierten Arbeitsweise, nach der vom Tonmodell über den Gipsabguss zur Bronzeplastik zu gelangen war. 1925 reflektierte er sein Vorgehen: „Wie anders sieht gegen solche Figuren eine Plastik aus, die der Künstler selbst mit seinen Händen aus dem echten Material bildet, wo jede Wölbung und Vertiefung von der Sinnlichkeit der Hand des Schaffenden geformt wird, wo scharfer Hieb und zartestes Schnitzen unmittelbar das Gefühl des Künstlers ausdrücken“ (Louis de Marsalle [Kirchner], Über die plastischen Arbeiten von E. L. Kirchner, in: Der Cicerone, 17. Jg. [1925], H. 14, S. 696). | Aya Soika