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Die rote Wolke

Ident. Nr.: NG 23/67

ObjID: obj:963010

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Renato Guttuso (1911 - 1987),
Künstler*in
Datierung
1966
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die rote Wolke
Originaltitel: La nuvola rossa / Una nuvola rossa
Übersetzung: The Red Cloud
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 130 x 161 cm
Erwerbung
1967 Ankauf von Romeo Toninelli, Mailand

Objektbeschreibung

Als Vertreter eines kritischen Realismus wurde Guttuso in den Nachkriegsjahrzehnten international bekannt. Seine Vorstellung von einer sozial und politisch orientierten Kunst war durch Picassos Antikriegsbild „Guernica“ (1937) geprägt worden. 1940 war Guttuso der im Untergrund operierenden Kommunistischen Partei Italiens beigetreten. Im selben Jahr entstand ein „Stillleben mit Widderschädel und Lampe“ (Sammlung Giuseppe Merlini, Busto Arsizio), dessen Gegenstände vor einem leuchtend roten Tuch drapiert sind. Für den Zyklus „Autobiographische Bilder“, zu dem „Die rote Wolke“ gehört, radikalisierte Guttuso 1966 diese Bildidee, indem er die rote Farbe großflächig und eigenwertig einsetzte. Begleitend schrieb er: „In der Werkstatt des Malers sammeln sich allerlei Dinge: Symbole, die sich mit Bedeutung auffüllen, und die je nach den wechselnden Bedingungen, unter denen der Maler sie aufgreift, verschiedene Bedeutung annehmen. So die Heizplatte, auf der man den Kaffee wärmt und das Ei brät, so die Zange, der Hammer oder ein rotes Tuch, ein Korb, ein Buch. Auch der Revolver und der Widderschädel. Der Widderschädel ist in den Jahren 1937 und 1938 das Symbol des Krieges in Spanien; der verwitterte Totenkopf und der Revolver eine Vorwarnung oder eine Vorbedeutung oder ein Gedanke für das, was sich wenige Jahre später ereignen sollte. Am Abend drang vom Monte Mario die Abendröte wie eine riesige rote Wolke in das Atelier. Wie eine Flagge der Hoffnung und der Freiheit.“ (zit. nach Werner Haftmann, Guttuso. Autobiographische Bilder, Frankfurt am Main 1973, S. 91) | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson