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Rote Sichel

Ident. Nr.: A IV 271

ObjID: obj:963178

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Edmund Kesting (1892 - 1970),
Künstler*in
Datierung
Herstellung: 1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rote Sichel
Übersetzung: Red Sickle
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Gerda Kesting, Rostock,
1972
Material / Technik
Öl auf Papier auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 38 x 38 cm
Erwerbung
1972 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Gerda Kesting, Rostock

Objektbeschreibung

Heute ist Kesting vor allem als Fotograf bekannt, doch er widmete sich zeitlebens auch der Malerei. Seine Ausbildung in Dresden – ab 1911 an der Kunstgewerbeschule, ab 1915 an der Kunstakademie – beendete er nach dem Krieg. Waren Kestings Werke der 1910er-Jahre von expressionistischen Formverzerrungen und -zersplitterungen bestimmt, wurden seine Arbeiten in den 1920er-Jahren konstruktiver und experimenteller. Er kam in Kontakt mit Herwarth Walden, in dessen Berliner Galerie Der Sturm er seit 1923 regelmäßig ausstellte. Schon 1919/1920 hatte Kesting die Kunstschule Der Weg gegründet, deren Unterricht auf einer von ihm entwickelten Kompositonslehre fußte. Darin sprach Kesting von „Bild-Bau-Werken“, in denen durch „das proportionale Zusammenfügen von Linien, Farben und Formen“ eine ineinandergreifende, harmonische Gesamtleistung, ein geistiger Organismus entstehen solle (Edmund Kesting, Proportionen in Natur und Kunst, 1926, zit. nach Der Weg. Neue Schule für Kunst, Ausst.-Kat., München, 1972, o. S.). Auch die kleine quadratische Arbeit „Rote Sichel“ folgt diesem Prinzip. In der malerischen Collage verbinden sich in spannungsvoller Durchdringung und Überlappung elementare geometrische Formen wie Kreis, Dreieck und Sichel aus verschiedenen Materialien und Farben. Die darin transportierte Dynamik wird durch die Fortführung der Komposition auf dem Rahmen, die Verwendung von farbigen Folien und Stanniolpapier sowie durch einen teils lasierenden, teils sehr pastosen Farbauftrag unterstützt. Ob das Bild, wie der (vielleicht spätere) Titel suggeriert, auch eine politische Implikation enthält, bleibt Spekulation. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Weltfestspiele 1951: Die ersten Gäste

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson