Maskertjes ongehoorzaamheid
Ident. Nr.: NG 16/91
ObjID: obj:963195
Schenkung Otto van de Loo
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1948
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Maskertjes ongehoorzaamheidKleine Masken der UngehorsamkeitÜbersetzung: Little Masks of Disobedience
- Provenienz
- Privatbesitz (vermutlich H. Lazard),
1982Otto van de Loo,
ca. 1982–1991 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 97 x 70,5 cm
- Erwerbung
- 1991 Schenkung Otto van de Loo, München
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963195
Objektbeschreibung
Für den niederländischen Künstler Constant Nieuwenhuys, der seinen Vornamen als Künstlernamen wählte, war das Jahr 1948 wegweisend: Zusammen mit Karel Appel und Corneille gründete er die Nederlandse Experimentele Groep. Im selben Jahr gehörte er zu den Mitbegründern von CoBrA, einem transnationalen Künstler*innenverbund zwischen Kopenhagen, Brüssel und Amsterdam. Angesichts der Schrecken des Zweiten Weltkrieges, einer Kultur, die diese Gewalt mit hervorgebracht hatte und voller Kritik an dem in der Kunst vorherrschenden Intellektualismus, sahen sich die Künstler der Experimentellen Gruppe in der Pflicht, eine von den Normen des Bürgertums befreite Kunst zu schaffen. Sie sollte die „Vitalität“ jedes und jeder Einzelnen, deren „natürliche“ Expressivität hervorbringen und das Individuum so aus der „Passivität der Massen“ befreien (Reflex. Orgaan van de Experimentele Groep in Holland, Nr. 1, 1948). Ebenfalls 1948 wurde im Stedelijk Museum Amsterdam eine Ausstellung mit Kinderzeichnungen präsentiert, unter deren Eindruck Constant das Gemälde „Maskertjes ongehoorzaamheid“ (Kleine Masken des Ungehorsams) schuf. Die bunten, in einfachen Formen neben- und übereinander angeordneten Figuren und Häuser erinnern an die Malweise von Kindern. Gleichzeitig erzeugen die fratzenhaften Gesichter, ihr breites Grinsen und die großen, orangefarbenen Augen ein bedrohliches Gefühl. Hinter diesen aufsässigen, rebellischen und aufgeweckten, raumeinnehmenden Wesen verschwinden die monoton gestalteten Gebäude, wahrscheinlich eine Metapher für das Bürgertum oder alles Konventionelle, regelrecht. | Julia Hosp
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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