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Blumenstillleben mit Gladiolen

Ident. Nr.: A III 109

ObjID: obj:963256

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
George Mosson (1851 - 1933),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Blumenstillleben mit Gladiolen
Übersetzung: Still Life with Gladiolas
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1927
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 110 x 90 cm
Erwerbung
1928 Ankauf vom Künstler durch das Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung

Objektbeschreibung

Dreimal, 1927, 1928 und 1930, erwarb das preußische Kultusministerium im Rahmen seiner sozialen Künstlerförderung je ein Blumenstillleben von Mosson. Sie alle wurden in der Nationalgalerie inventarisiert („Blumenstillleben mit Gladiolen“, A III 109, und „Blumenstillleben mit Anemonen“, A III 204, vgl. „Blumenstillleben mit Tulpen“, A III 48), erhielten aber keine Katalognummern. Die drei Bilder fanden ihren Platz zunächst in den Räumen des Kultusministeriums, das ohnehin mehr und mehr mit zeitgenössischer Kunst ausgestattet wurde (Kristina Kratz-Kessemeier, Kunst für die Republik. Die Kunstpolitik des preußischen Kultusministeriums 1918 bis 1932, Berlin 2008, S. 692 f., 725). Vor allem die Blumenstillleben hatten Mosson am Anfang des Jahrhunderts bekannt gemacht: „Welche neuen Farbensensationen […] durch diese auf den Reiz als solchen sich zurückziehende, impressionistische Kunst in reinen Stilleben gewonnen wurden, kennt man aus den farbigüppigen Blumenstücken Mossons“ (Richard Hamann, Die deutsche Malerei im 19. Jahrhundert, Leipzig/Berlin 1914, S. 302). In den 1920er-Jahren aber wirkten diese Arbeiten Mossons eher unmodern. Nach Auflösung der Freien Secession 1924, der Mosson wie Max Liebermann, Max Slevogt und andere bei Teilung der Berliner Secession 1914 beigetreten war, stellte Mosson vorwiegend in der „Juryfreien Kunstschau“ im Landesausstellungsgebäude am Lehrter Bahnhof aus. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson