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Frauenporträt

Ident. Nr.: A IV 513

ObjID: obj:963274

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Rolf Nesch (1893 - 1975),
Künstler*in
Datierung
1926
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frauenporträt
Übersetzung: Portrait of a Woman
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 64 x 51 cm
Höhe x Breite x Tiefe: 64 x 51 x 2 cm
Erwerbung
1985 Ankauf aus dem Staatlichen Kunsthandel der DDR, Berlin

Objektbeschreibung

Das Brustbild einer unbekannten Frau gehört zu den wenigen Ölgemälden, die sich von Nesch erhalten haben. Es entstand 1926 in Berlin, wo der gebürtige Esslinger zu dieser Zeit lebte. Zuvor hatte er an der Kunstakademie in Dresden bei Oskar Kokoschka studiert. Für Neschs künstlerischen Werdegang stellte jedoch vor allem der sechswöchige Besuch bei Ernst Ludwig Kirchner in Davos im Herbst 1924 ein Schlüsselerlebnis dar. Sein Porträt einer in sich ruhenden Frau mit Sonnenhut, kurzärmeligem Kleid und geschlossenen Augen, welche sich vor einer Wand aus Blumen befindet, erinnert sowohl im Bildaufbau und in der Farbigkeit als auch im Habitus der Dargestellten an Kirchners Stil der Davoser Jahre (vgl. etwa „Kopf Erna“, 1917, WVZ Gordon 1968, 500). Seinen künstlerischen Durchbruch erreichte Nesch erst 1929, nach seinem Umzug nach Hamburg, wo er in der Hamburgischen Sezession Ausstellungsmöglichkeiten und Kontakte fand. Nachdem sich die Vereinigung 1933 aus Protest gegen den vonseiten der Nationalsozialisten geforderten Ausschluss der jüdischen Mitglieder selbst aufgelöst hatte, emigrierte Nesch nach Oslo. Fast alle seine Werke wurden während des Krieges zerstört. In Norwegen widmete sich der Künstler nahezu ausschließlich der Grafik. Er erlangte vorrangig für seine Experimente mit der Durchätzung der Druckplatte sowie seine Erfindung des Metalldrucks Bekanntheit. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson