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Rosenbild

Ident. Nr.: NG 25/83

ObjID: obj:963377

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Michael Buthe (1944 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1980
Weitere Titel
Sammlungstitel: Rosenbild
Übersetzung: Rose Painting
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1980
Galerie Munro, Hamburg,
1983
Material / Technik
Öl und Wachs auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 160 x 125 cm
Erwerbung
1983 Ankauf von der Galerie Munro, Hamburg

Objektbeschreibung

Buthe hatte einen ausgeprägten Glauben an Dinge. Nicht nur sammelte er fortwährend Naturmaterialien und Alltagsgegenstände, sondern er schrieb ihnen auch eine kommunikative und spirituelle Funktion zu. Er war überzeugt, dass Dinge von Natur aus beseelt sind und seine Werke mit der in ihnen gespeicherten Kraft aufgeladen werden. Die kategorische Trennung von Subjekt und Objekt war ihm fremd. Vielmehr erweiterte er die weltlichen Gesetze durch mystische: „Und ich glaube, dass Kunst, wirklich Kunst, ganz viel mit Mystik […] zu tun hat. Und wenn es nichts damit zu tun hat, darf man es nicht Kunst nennen.“ (Interview mit Michael Buthe, in: Marietta Franke, Der absurde Blick. Künstlerische Entwicklungsfähigkeit, Spiritualität und Abstraktion bei Michael Buthe, Frankfurt am Main 2010, S. 17) In den 1970er-Jahren verfestigte sich seine religiös-spirituelle Anschauung durch zahlreiche Reisen nach Nordafrika und in den Nahen Osten. Er erweiterte seine durch den Katholizismus geprägte Sicht unter anderem durch Glaubenssätze des Zoroastrismus und bezog sich auf dessen Feuerkult, der im „Rosenbild“ in den leuchtenden Rottönen und den gelben Strohblumen seinen Ausdruck findet. Die Rose als interreligiöses Symbol ist ein wiederkehrendes Element in Buthes Œuvre. Mit den in Wachs gegossenen Blütenblättern, die er häufig als Ritualsymbol einsetzt, so auch in seinem Film „Phantomas Phantastico“ (1979), fordert Buthe dazu auf, die eigene Wahrnehmung auf die Dinge zu schärfen. | Jill Praus

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson