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Kniende Mutter mit Kind an der Brust

Ident. Nr.: NG 7/85

ObjID: obj:963450

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paula Modersohn-Becker (1876 - 1907),
Künstler*in
Datierung
1906
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kniende Mutter mit Kind an der Brust
Übersetzung: Kneeling Mother with Child at Her Breast
Geografische Bezüge
Provenienz
Carl Georg Heise, Hamburg,
1907–1926
Kauf: Ludwig Roselius, Bremen, Böttcherstraße,
1926–1985
Abmessungen
Höhe x Breite: 113 x 74 cm
Erwerbung
1985 Ankauf von Dr. Ludwig Roselius, Hamburg, aus Sondermitteln der Stiftung Preußischer Kulturbesitz

Objektbeschreibung

Monumental und gleichsam archaisch wirkt die stillende Mutter im Bild. 1906 arbeitete die Worpsweder Malerin Modersohn-Becker in Paris, wo sie die Südseebilder Paul Gauguins ebenso beeindruckten wie Paul Cézannes vereinfachende Flächengestaltung. Auf einem weißen Tuch, das den Lebenskreis symbolisiert, kniet die Mutter mit ihrem Säugling zwischen Gummibäumen und Orangen – sie stehen für Natur und Fruchtbarkeit. Die Intimität des Augenblicks wird durch das nahezu bildfüllende Figurenpaar und die reduzierte, aber ausdrucksstarke Farbpalette gesteigert. Durch die Darstellung als Akt fand die Künstlerin für das traditionelle Motiv eine „neue, elementare Ausdrucksform von kraftvoller Eindringlichkeit“ (Anne Buschhoff, „Bei intimster Beobachtung die größte Einfachheit anstreben“. Kinderbilder und frühe Darstellungen von Mutter und Kind, in: Paula Modersohn-Becker und die Kunst in Paris um 1900, Ausst.-Kat., Bremen, 2007, S. 111). In dem mehrfach von ihr bearbeiteten Sujet drückte Modersohn-Becker ihr Ideal weiblicher Erfüllung durch Mutterschaft aus, das für sie ihren eigenen emanzipatorischen Ideen nicht widersprach. Ihr eigener Kinderwunsch erfüllte sich endlich im November 1907, doch kurz danach starb Modersohn-Becker im Alter von nur 31 Jahren. „Kniende Mutter mit Kind an der Brust“ veranschaulicht, was die Künstlerin als Ziel ihrer Arbeit betrachtete: „Überhaupt bei intimster Beobachtung die größte Einfachheit anstreben. Das gibt Größe“ (Tagebucheintrag, 20.2.1903, in: Günter Busch und Liselotte von Reinken [Hrsg.], Paula Modersohn-Becker in Briefen und Tagebüchern, Frankfurt am Main 1979, S. 344). | Dieter Scholz

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz