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Straße mit rotem Haus

Ident. Nr.: F.V.

ObjID: obj:963485

Dauerleihgabe des Künstlers
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Erich Müller (1932-1998),
Künstler*in
Datierung
1962
Weitere Titel
Sammlungstitel: Straße mit rotem Haus
Übersetzung: Street with a Red House
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 36 x 45,5 cm
Erwerbung
Seit 1966 Dauerleihgabe des Künstlers, Halle/Saale

Objektbeschreibung

Das Gemälde „Straße mit rotem Haus“ zeigt eine winterliche Stadtansicht. Zu sehen sind eine verschneite Kreuzung, Häuserfassaden, Passant*innen, ein Auto, Vegetation und ein Ausschnitt Himmels, der mit seiner dunklen Schwere Neuschnee ankündigt. Der pastose Pinselstrich, die verwischt wirkenden Partien im Straßenbereich und der blaugraue Farbschleier vermitteln unmittelbar die feuchte Kälte des Wintertages. Doch im Zentrum des Bildes steht nicht das Wetter, sondern ein rotes, zweistöckiges Eckhaus mit einem Eckturm und einer Ladenfläche im Erdgeschoss. Anders als in „Mein vis-à vis“ (A IV 79) gibt Müller hier keine Auskunft über den Bezug des roten Gebäudes zu seiner eigenen Lebenswelt. | Laura Rosengarten

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson