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Porträt Ho Chi Minh

Ident. Nr.: B II 35

ObjID: obj:963509

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Drake (1903 - 1994),
Künstler*in
Datierung
1958
Weitere Titel
Sammlungstitel: Porträt Ho Chi Minh
Übersetzung: Portrait of Ho Chi Minh
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1961
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 59,5 x 34 x 32 cm
Erwerbung
1961 Ankauf vom Künstler, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Drake schuf ab den 1930er-Jahren viele Porträtbüsten von Familienangehörigen, Künstlerkollegen und bekannten Persönlichkeiten. Als anerkannter Vertreter des sozialistischen Realismus sowie als Professor und Leiter der Abteilung Plastik an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee war Drake nicht nur 1955/1956 auf Studienreise in China, sondern hielt sich im Herbst 1958 auch für mehrere Wochen in der Demokratischen Republik Vietnam (Nordvietnam) auf. Dort hatte er Gelegenheit, den 1945–1969, somit während des Indochinakrieges gegen Frankreich (1946–1954) wie auch während des Vietnamkrieges (1955–1975) amtierenden Präsidenten Hồ Chí Minh (1890–1969) kennenzulernen. Der Staatsmann saß Drake an mehreren Tagen Modell, sodass dieser die etwas überlebensgroße Büste in Hanoi weitgehend vollenden und 1959 in Bronze gießen lassen konnte. Drake modellierte Hồ Chí Minh in strenger Frontalität mit hohem, schlanken Kopf und kräftigem Hals auf einem schmalen Gewandsockel. Der Porträtierte strahlt gleichermaßen Güte und Strenge, Würde und Entschlossenheit aus. Aufgrund seines Einsatzes für die Befreiung Vietnams von der französischen Kolonialherrschaft gilt der Kommunist Hồ Chí Minh neben Mao Zedong und Che Guevara als einer der bedeutendsten Praktiker des modernen Guerillakampfs. Hồ Chí Minh war für seine Integrität und einen bescheidenen Lebensstil bekannt. So lebte er etwa in einer Hütte neben dem Regierungsgebäude, setzte sich für Gleichberechtigung von Frauen und Männern sowie für die politische Teilhabe von Bauern ein. Viele internationale Befreiungsbewegungen, darunter auch die westliche 1968er-Bewegung, sahen in Hồ Chí Minh ein revolutionäres Vorbild. Von dem Bildnis wurden sechs Güsse gefertigt; drei davon befinden sich in Vietnam, ein Guss in den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und einer in der Akademie der Künste, Berlin. | Uta Caspary

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson