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Stillleben mit Früchten

Ident. Nr.: B W 343

ObjID: obj:963516

1952 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Karl Hofer (1878 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1951
Weitere Titel
Sammlungstitel: Stillleben mit Früchten
Übersetzung: Still Life with Fruit
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 31 x 42 cm
Erwerbung
1952 Ankauf von der Galerie Anja Bremer, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

In der Nachkriegszeit hielt der in West-Berlin lebende Hofer an seinem gegenständlichen Malstil fest, was ihm viel Kritik einbrachte. Für den Künstler erreichte die Formalismusdebatte 1955 einen Höhepunkt in dem öffentlichen, über Zeitungen ausgetragenen Streit mit dem Kunstkritiker Will Grohmann. Im Februar veröffentlichte der Berliner „Tagesspiegel“ einen Artikel Hofers mit dem Titel „Der Mut, unmodern zu sein“. Darin positionierte sich der Maler gegen die in Westdeutschland propagierte Vormachtstellung der Abstraktion und die Intoleranz gegenüber der Figuration. Grohmann fühlte sich daraufhin genötigt, die Moderne zu verteidigen, und warf Hofer Rückwärtsgewandtheit und Kulturpessimismus vor. Unter den Anfeindungen litt der Künstler zunehmend. Auch sein ehemaliger Schüler Ernst Wilhelm Nay distanzierte sich von ihm. Dabei wurde verkannt, dass Hofer kein prinzipieller Gegner der Abstraktion war. Viele seiner eigenen Werke enthalten abstrahierende Elemente, wie auch das „Stillleben mit Früchten“ von 1951 wo ein von einer zartroten Linie umrissenes Arrangement aus Äpfeln und Birnen auf einem unbestimmten, aus pastelltonigen Farbfeldern zusammengesetzten Hintergrund platziert ist. Im März 1955 trat Hofer von seinem Amt als Direktor der Hochschule für Bildende Künste zurück. Im darauffolgenden Monat starb er an den Folgen eines Schlaganfalls. | Irina Hiebert Grun

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz