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Bauernhof

Ident. Nr.: A II 484

ObjID: obj:963517

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Franz Stock (1896 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1924
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bauernhof
Übersetzung: Farm
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 34 x 42 cm
Erwerbung
1925 Ankauf vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung aus der Frühjahrsausstellung der Novembergruppe für die Nationalgalerie

Objektbeschreibung

Bekannt war Stock vor allem als Mitglied der Novembergruppe, einer Anfang Dezember 1918 in Berlin gegründeten Künstlervereinigung. Im Begleitblatt ihrer ersten Ausstellung 1919 hieß es: „Die Novembergruppe ist [der] Zusammenschluß radikaler Künstler radikal im Verwerfen bisheriger Ausdrucksformen radikal im Anwenden neuer Ausdrucksmittel“ (Berlinische Galerie, Werner J. Schweiger [1949–2011], Inv.-Nr. BG-WJS-M-1, 10). Das Ziel ihrer Arbeit war es, eine soziale Revolution zu unterstützen und eine Vereinigung von Volk und Kunst zu bewirken. Stock, der von 1918 bis 1920 bei Bernhard Hasler und Philipp Franck an der Staatlichen Kunstschule Berlin studierte, schloss sich der Novembergruppe früh an und war nahezu jährlich auf deren Ausstellungen vertreten – sei es im Kunstantiquariat Fraenkel & Co. (Josef Altmann), auf der „Kunstausstellung Berlin“ oder der „Großen Berliner Kunstausstellung“ in den Jahren 1919 bis 1923, 1925 bis 1929 und 1931. Darüber hinaus zeigte Stock seine Arbeiten in der Galerie Bodo Niemann und der Galerie am Gendarmenmarkt. Der „Bauernhof“ war 1925 in der Ausstellung der Novembergruppe in den Räumen der Berliner Secession zu sehen und wurde daraufhin von der Nationalgalerie erworben. Das Gemälde eines „dämmrigen Bauernhofes in geschmackvoll verschossenen Nuancen“ (Willi Wolfradt, [Berliner Ausstellungen], in: Der Cicerone, 17. Jg. [1925], H. 12, S. 608) ist dem Stil der Neuen Sachlichkeit zuzuordnen. Seit 1920 war Stock als Zeichenlehrer tätig, ab 1928 als Fachseminarleiter bei der Ausbildung von Referendaren für Kunsterziehung. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson