Entwurf für einen Schrank
Ident. Nr.: NG 2/13
ObjID: obj:963518
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1962
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Entwurf für einen SchrankÜbersetzung: Model for a Cupboard
- Material / Technik
- Lack auf Holz, Glas und Stahl
- Abmessungen
- Höhe x Breite x Tiefe: 141 x 88 x 26 cm
- Erwerbung
- 1979 Schenkung des Künstlers, Düsseldorf
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963518
Objektbeschreibung
Wie bei „Menetekel“ im Jahr zuvor (NG 1/13) setzte Alvermann auf „Entwurf für einen Schrank“ eine Inschrift, deren Buchstaben sich nicht entschlüsseln lassen. Sie befindet sich auf der Vorderseite eines Schranks, die wie ein Kopf aussieht: Oben befinden sich zwei helle Knöpfe, die wie Augen wirken, das Blatt einer Kreuzhacke bildet die langgezogene Nase. Die imaginären Worte der Inschrift stehen an der Stelle des Mundes: Kommt hier Unsinn heraus oder enthält der Mund Geheimnisse, die man nur nicht verstehen kann? Bleibt man bei dem Vergleich mit dem menschlichen Antlitz, stehen im Gehirn nur leere Flaschen. Dieser gesichtsähnliche Aufbau kommt in den frühen Arbeiten Alvermanns wiederholt vor, zum Beispiel in „Porträt einer recht alten Dame“ (1960; Lehmbruck Museum, Duisburg). Die Bezeichnung der Arbeit als „Entwurf“ scheint hier nicht ernst gemeint zu sein; vielmehr geht es wohl darum, dass der Künstler mit dieser Skulptur, wie er es auch in seinen Texten tat, sowohl die Tendenz der Gesellschaft zu blindem Gehorsam als auch ihre Wertschätzung für die falschen Dinge kritisiert. Im Beitrag für einen Ausstellungskatalog thematisierte Alvermann 1964 die aus seiner Sicht „elementare geistige [T]rägheit“ der Mehrheit (Wuppertal, Galerie Parnass, o. S.). Im Kontext dieser Kritik, aber auch seiner allgemeinen Kritik am Kapitalismus und am Verständnis von Kunst als Konsumgut, ist es nur passend, gefundene oder defekt wirkende Gegenstände für eine Plastik zu verwenden. Die symbolische Bedeutung, die sich hinter dem Material verbirgt, ist charakteristisch für Alvermanns Œuvre. So vereinen sich viele Deutungsebenen: sprachliche, politische und künstlerische. | Emily Joyce Evans
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de