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Der Beobachter (Selbstbildnis)

Ident. Nr.: A IV 538

ObjID: obj:963525

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Gyula Pap (1899 - 1983),
Künstler*in
Datierung
um 1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Beobachter (Selbstbildnis)
Originaltitel: Figyelö (Önarckép)
Übersetzung: The Observer (Self Portrait)
Geografische Bezüge
Provenienz
Lenke Haulisch, Budapest,
1986
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 60,5 x 50,5 cm
Erwerbung
1986 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Lenke ,Haulisch Budapest

Objektbeschreibung

Wie ein Beobachter schaut der Künstler in seinem Selbstbildnis mit einem Auge die Betrachter:innen direkt an. Das andere wird, ebenso wie die Hälfte des Gesichts, von seinem aufgestützten Arm verdeckt, die Stirn darüber liegt im Schatten. Die Rollen von Betrachter:innen und Betrachtetem sind hier vertauscht. Der Ungar Pap malte sein Selbstporträt in Deutschland, in dem er insgesamt 13 Jahre verbrachte – erst als Student am Weimarer Bauhaus, von 1926 bis 1933 als Lehrer an Johannes Ittens Kunstschule in Berlin. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kehrte Pap nach Ungarn zurück. Sein Selbstbildnis gelangte 1983 für eine Werkschau des Künstlers im Haus der ungarischen Kultur erneut nach Berlin, in den Ostteil der Stadt. Zu diesem Anlass ergab sich der Kontakt mit der Nationalgalerie, die Werke Paps erwerben wollte. An der Auswahl der Bilder war der Künstler beteiligt, bevor er noch im selben Jahr starb. Der Ankauf des Selbstbildnisses und des Gemäldes „Frau Wolpe“ (A IV 539) fand drei Jahre später, 1986, statt. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson