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Medaille Karl Hofer

Ident. Nr.: B 52

ObjID: obj:963540

1948 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Richard Scheibe (1879 - 1964),
Künstler*in
Datierung
1948
Weitere Titel
Sammlungstitel: Medaille Karl Hofer
Übersetzung: Medallion for Karl Hofer
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1948
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Durchmesser: 12,9 cm
Erwerbung
1948 Ankauf durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Im Auftrag des Magistrats von Groß-Berlin schuf Scheibe diese Medaille zum 70. Geburtstag Karl Hofers (1878–1955). Der Maler zählte zu den wichtigsten Akteuren der (west-)deutschen Kunstwelt der Nachkriegszeit. Bereits in den frühen 1930er-Jahren hatte er sich öffentlich gegen den Nationalsozialismus positioniert. In der NS-Zeit verlor Hofer seine Professur, seine Kunst wurde diffamiert. Dennoch war es ihm möglich, weiter zu arbeiten und bis zum Beginn des Zweiten Weltkrieges in beschränktem Maße auszustellen. 1945 wurde er Direktor der Hochschule für Bildende Künste in Berlin und spielte eine entscheidende Rolle beim Aufbau der Institution. Hofer prägte die kulturpolitischen Debatten West-Berlins und der jungen Bundesrepublik, unter anderem als Präsident des wiedergegründeten Deutschen Künstlerbundes, bis zu seinem Tod. Der Text auf der Rückseite der Medaille benennt diese Rolle Hofers: „KARL.HOFER/ DEM.GROSSEN/KÜNSTLER.UND.LEHRER/ ZUM.70.GEBURTSTAG“ Außer Hofer, der Scheibe an die Hochschule berufen hatte, porträtierte der Bildhauer weitere Berliner Künstler*innen und damit sein unmittelbares Umfeld. In der Sammlung der Nationalgalerie finden sich u. a. Medaillen mit Bildnissen von Max Pechstein (B I 680 und B 135), Renée Sintenis (B 508 und NG 92/81) oder Georg Kolbe (B 230) aus dieser Zeit. | Philine Pahnke

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson