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Bildnis der Tochter

Ident. Nr.: A II 764

ObjID: obj:963545

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Augusta von Zitzewitz (1880 - 1960),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis der Tochter
Übersetzung: Portrait of the Artist's Daughter
Provenienz
im Besitz der Künstlerin,
1932
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 77 x 62 cm
Erwerbung
1932 Ankauf von der Künstlerin

Objektbeschreibung

Nach der Rückkehr von ihrem Pariser Studienaufenthalt heiratete Zitzewitz den jüdischen Kunsthistoriker und Dürer-Forscher Erich Römer. 1915 wurde die gemeinsame Tochter Ilsemarie geboren. Zitzewitz etablierte sich in Berlin erfolgreich als Porträtmalerin, in ihrem Atelier begegneten sich bedeutende Persönlichkeiten des kulturellen Lebens wie Rainer Maria Rilke, Gottfried Benn, Hedwig Dohm, Franz Mehring, Claire Waldoff und Max Herrmann-Neiße. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde Zitzewitz als Ehefrau eines Juden verfolgt, ihre Bilder galten als „entartet“. Nach dem frühen Tod Römers 1934 verbrachte die Tochter ihr Leben an der Seite der Mutter. 1964, nur wenige Jahre nach ihr, starb auch sie. „Für Ilsemarie […] war das Leben im Nazireich nahezu unerträglich. […] Das Erlittene vermochte sie weder zu überwinden noch zu vergessen“ (Heinrich Eugen von Zitzewitz, Augusta von Zitzewitz, Braunschweig 1980, S. 3). Die Innigkeit, die Mutter und Tochter verband, hat Zitzewitz in zahlreichen Bildnissen ausgedrückt, die Ilsemarie in verschiedenen Altersstufen zeigen. Auf dem 1927 gemalten Porträt ist die zwölfjährige Tochter im Sommerkleid an einem Tisch mit Rosenstrauß und Obstschale dargestellt. Ein Buch in den Händen haltend betrachtet sie, den Kopf leicht geneigt, aufmerksam ihr Gegenüber. Die kräftigen, leuchtenden, an Werke von Henri Matisse erinnernden Farben des Kleides, der Blumen und Früchte bilden spannungsreiche Kontraste zum dezenten, hellen Hintergrund. | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson