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Mädchen aus der Marienburger Straße

Ident. Nr.: B III 169

ObjID: obj:963558

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Sabina Grzimek (1942 ),
Künstler*in
Datierung
1973/1974
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchen aus der Marienburger Straße
Übersetzung: Girl from Marienburger Street
Geografische Bezüge
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 36,5 x 19 x 21,5 cm
Erwerbung
1976 Ankauf von der Künstlerin, Berlin (Ost)

Objektbeschreibung

Die Bronzebüste wirkt, wie viele Arbeiten Grzimeks, leicht und momenthaft. Für die Bildhauerin und Grafikerin steht zu Beginn einer jeder Arbeit die Zeichnung, mit der sie ihre Beobachtungen festhält. Jeder Strich kann von Bedeutung sein. So entwickelt sie bedächtig ihre Figuren und lässt Spuren jenes Prozesses stehen. Der Kopf „Mädchen aus der Marienburger Straße“ ist beispielhaft für dieses Vorgehen: Hier und da sind Daumenabdrücke zu sehen, die beim Aufbau des Gipsmodells entstanden sind. Im weiteren Verlauf wurden die Spuren der Modellage nicht geglättet, sondern bewusst erhalten. Die Künstlerin war fest mit der Ost-Berliner Kunstszene in Berlin-Prenzlauer Berg verbunden. Die Marienburger Straße liegt mitten in diesem Kosmos. Grzimek gehört zum erweiterten Kreis der sogenannten Berliner Schule. | Sabrina Kotzian

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson