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Mädchen zwischen Birken

Ident. Nr.: B 81

ObjID: obj:963649

1952 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paula Modersohn-Becker (1876 - 1907),
Künstler*in
Datierung
um 1904
Weitere Titel
Sammlungstitel: Mädchen zwischen Birken
Übersetzung: Girl amongst Birch Trees
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Otto Modersohn (Witwer der Künstlerin),
20.11.1907 - Dezember 1913
Mathilde Becker, Bremen (Überschreibung aus dem Nachlaß der Künstlerin),
Dezember 1913 - 1926
Nachlass/Vermächtnis: Tille (Mathilde) Modersohn,
1926–1951
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf,
377690
Kauf: Kunstkabinett Asta von Friedrichs, Berlin,
1952
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1952–1968
Land Berlin,
377693
Material / Technik
Öl auf Pappe
Abmessungen
Höhe x Breite: 50 x 38 cm
Rahmenmaß: 70,5 x 60,5 x 5,5 cm
Erwerbung
1952 Ankauf von Asta von Friedrichs, Berlin, für die Galerie des 20. Jahrhunderts

Objektbeschreibung

Zwei dicht beieinander stehende, aber auseinanderstrebende Birkenstämme bieten einem Mädchen die Gelegenheit zum Sitzen. Das Beieinander von Kind und Natur war ein Lieblingsmotiv von Paula Modersohn-Becker, hier sind Mensch und Baum besonders innig miteinander verbunden. Zu steigern war die gesuchte Aussage noch durch die Einfachheit der Bildmittel. Im April 1903 notierte Paula Modersohn-Becker nach ihrem winterlichen Parisaufenthalt im Tagebuch: »Ich habe einen großen Drang nach Natur von Rodin, Cottet und Paris mitgebracht. Und das ist wohl das Gesunde meiner Pariser Reise. Es brennt in mir ein Verlangen, in Einfachheit groß zu werden« (P. Modersohn-Becker, Briefe und Aufzeichnungen, Leipzig 1982, S. 235). Nicht Ungeschicklichkeit oder Abgeschiedenheit führten zu ihren einfachen Bildformen, sondern die Auseinandersetzung mit der Kunst der Antike und Moderne im Kunstzentrum Paris und dann wieder die Konzentration auf das Wesentliche im Kreis der Vertrauten in der Künstlerkolonie Worpswede. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson