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Sanbornville I

Ident. Nr.: B 1063

ObjID: obj:963701

1975 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Frank Stella (1936 - 2024),
Künstler*in
Datierung
1966
Provenienz
Galerie m,
1975
Sotheby Parke Bernet Inc., New York,
717276
Lo Giudice Gallery,
717275
David Mirvish Gallery, Toronto,
717274
Leo Castelli Gallery,
717273
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 264 x 371 x 12,5 cm
Erwerbung
1975 Ankauf von der Galerie m, Bochum, durch das Land Berlin aus Mitteln der Deutschen Klassenlotterie, Berlin (West)

Objektbeschreibung

Stella studierte 1954 bis 1958 Geschichte an der Princeton University und nahm Malunterricht bei William C. Seitz und Stephen Greene. Nach dem Studium zog er nach New York City, wo seine „Transitional Paintings“ entstanden, außerdem malte er seine ersten „Black Paintings“. 1960 hatte Stella seine erste Einzelausstellung in der Galerie Leo Castelli und begann, mit den für ihn typischen „shaped canvases“ zu arbeiten. Er verwendete hierfür individuelle Leinwandformate, die der innerbildlichen geometrischen Form folgen. So versuchte er, die Dualität von Bildträger und Bildstruktur aufzuheben und die Grenzen zwischen Malerei und Skulptur zu verwischen. Die „Irregular Polygon Series“ (1965–1967) umfasst Arbeiten, die aus unregelmäßigen Vielecken zusammengesetzt sind und reflektiert Stellas Überlegungen zum Thema Asymmetrie. Die Werkreihe besteht aus elf Kompositionen, die nach Städten in New Hampshire betitelt sind, darunter „Sanbornville I“. Der Umriss der Leinwand ist unregelmäßig, als Ganzes besteht das Gemälde jedoch aus geometrischen Formen. Die das Bild umrandenden Streifen werden an einigen Stellen zu eigenen Formen, im vorliegenden Fall zu einem Dreieck und einem Trapez. Die scheinbar quadratische Leinwand bricht schräg nach rechts aus. Zwischen den Farben Rot und Grün bleibt jeweils ein 6 mm schmaler Bereich frei, wodurch die einzelnen Farbflächen optisch mehr Raum erhalten. | Sarah Hampel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson