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Bildnis Nikolaji Ostrowski II

Ident. Nr.: A III 280

ObjID: obj:963741

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Heinrich Vogeler (1872 - 1942),
Künstler*in
Datierung
1936
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Nikolaji Ostrowski II
Übersetzung: Portrait of Nikolai Ostrovski (II)
Geografische Bezüge
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1942
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 45 x 36 cm
Erwerbung
1952 Schenkung der Regierung der UdSSR an die DDR aus dem Moskauer Nachlass Heinrich Vogelers. 1953 der Nationalgalerie (Ost) übergeben

Objektbeschreibung

Im Jahr 1936 porträtierte Vogeler den sowjetischen Schriftsteller Nikolaji Ostrowski (1904–1936). Während des Russischen Bürgerkriegs hatte Ostrowski als junger Mann in der Ukraine gekämpft. Er war verwundet worden und erlitt später einen schweren Unfall, der ihn bis an sein Lebensende ans Bett fesselte. Seit 1928 war er darüber hinaus fast erblindet. Vom Krankenbett aus diktierte er seinen weitgehend autobiografischen Roman „Wie der Stahl gehärtet wurde“ (1934), der die Lebensgeschichte von Pawel „Pawka“ Kortschagin erzählt, einem jungen Revolutionär, der trotz Verwundungen und anderer Rückschläge nie die Zuversicht und seinen Kampfgeist verliert. Das Buch ist ein maßgebliches Beispiel der Literatur des Sozialistischen Realismus. Mit ihm wurde Ostrowski gleichzeitig zum glorifizierten Helden der Revolution erhoben. Vogeler hatte Ostrowski durch seine Schwiegermutter Bronisława Marchlewska kennengelernt; offenbar war er tief beeindruckt von dem jungen Revolutionär. Er porträtierte ihn in seinem Schulterstück nicht als kranken, gebrochenen Mann, sondern als gesunden, stolzen Soldaten mit ernstem Blick, an dessen Uniform der Lenin-Orden prangt, der ihm 1935 verliehen worden war. Vogeler schenkte Ostrowski das Bildnis. Zur Erinnerung an ihn fertigte er eine zweite Fassung des Gemäldes an, die er behielt und die schließlich mit seinem Nachlass in die Nationalgalerie gelangte. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson