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Der Baum

Ident. Nr.: NG 56/85

ObjID: obj:963742

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Georg Meistermann (1911 - 1990),
Künstler*in
Datierung
1952
Weitere Titel
Sammlungstitel: Der Baum
Übersetzung: The Tree
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 145 x 200 cm
Erwerbung
1985 Ankauf von der Galerie Heimeshoff, Essen

Objektbeschreibung

In dem Werk „Der Baum“ vereint Meistermann seine charakteristische abstrahierende Formensprache mit surrealistischen Elementen. Im Mittelpunkt steht ein fragmentierter, stilisierter Baum, umgeben von organischen, dynamischen Formen, die an Traumwelten erinnern. Bei genauerem Hinsehen offenbaren sich figürliche Details, darunter Anklänge an einen Vogel und Augen, die subtil in das dichte Geflecht von Linien und Flächen integriert sind. Die kontrastreiche Farbpalette verstärkt die Dynamik der Komposition und lenkt den Blick auf die zentralen Formen. Meistermann nutzte hier die Ausdruckskraft der Farbe zur Erzeugung atmosphärischer Tiefe. Das Werk steht im Dialog mit dem Magischen Realismus und Surrealismus, Strömungen, die in den 1950er-Jahren für viele westdeutsche Kunstschaffende große Anziehungskraft hatten. Es ging ihnen darum, die Grenzen zwischen Realität und Fantasie aufzuheben, um so eine tiefere, oftmals emotionale Wahrheit ans Licht zu bringen. Als einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Nachkriegsavantgarde prägte Meistermann neben der abstrakten Malerei auf Leinwand auch die Glasmalerei. Seine künstlerische Laufbahn begann an der Kunstakademie Düsseldorf, doch das NS-Regime zwang ihn 1933 zum Abbruch seines Studiums. Er arbeitete als freischaffender Künstler, als fast seine gesamten Werke 1944 bei einem Bombenangriff auf Solingen zerstört wurden. In den 1950er-Jahren erlangte er internationale Anerkennung. Meistermann lehrte an Kunsthochschulen in Frankfurt am Main, Düsseldorf und Karlsruhe. | Nina Hesse

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

Bogenschützen

Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz