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Frau mit Kopftuch

Ident. Nr.: A II 793

ObjID: obj:963764

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alberto Salietti (1892 - 1961),
Künstler*in
Datierung
1927
Weitere Titel
Sammlungstitel: Frau mit Kopftuch
Originaltitel: Donna con scialle / Giovanetta
Übersetzung: Woman with Headscarf
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 90 x 76 cm
Erwerbung
1932 Ankauf zusammen mit anderen Werken im Tausch gegen ein Michetti Gemälde

Objektbeschreibung

„Frau mit Kopftuch“ gehört zu jenen 15 Werken, die der Direktor der Nationalgalerie Ludwig Justi 1932 im Tausch gegen Francesco Paolo Michettis Monumentalbild „Die Tochter des Jorio“ (1895; heute Biblioteca provinciale Gabriele D’Annunzio, Pescara), welches der italienische Staat zurückerhalten wollte, in die Sammlung aufnahm. Eingetauscht wurden unter anderem Gemälde zeitgenössischer italienischer Künstler der Gruppe Novecento wie Achille Funi, Mario Sironi und eben Salietti. Künstlerisch in Mailand und Ligurien beheimatet schuf Salietti malerische Landschaften, Stillleben und realistische Porträts. Sein Werk zeichnet sich durch eine klare Darstellung und ein Festhalten am Realismus aus, so auch das streng reduzierte, kontraststarke und realistische Gemälde „Frau mit Kopftuch“. Saletti folgte somit der von der Gruppe Novecento propagierten „Rückkehr zur Ordnung“, begriffen als Rückkehr zu Klarheit und Anstand. Der 1922 gegründeten Mailänder Kunstbewegung hatte er sich nach der Biennale in Venedig 1924 angeschlossen und wurde deren Sekretär. Die Gründerin und Koordinatorin des Novecento war die Kunstkritikerin und Schriftstellerin Margherita Sarfatti, die von 1912 bis 1932 politisch, publizistisch und privat eng mit Benito Mussolini verbunden war. Ab dem 14. Februar 1933 wurden die eingetauschten Kunstwerke erstmals in Berlin ausgestellt, was kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten zu einem Akt der Solidarität mit dem faschistischen Italien geriet. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson