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Gesichtzeigen (Mann mit Maske)

Ident. Nr.: B III 244

ObjID: obj:963787

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Mattheuer (1927 - 2004),
Künstler*in
Datierung
1981
Weitere Titel
Sammlungstitel: Gesichtzeigen (Mann mit Maske)
Übersetzung: Man with a Mask (Show Your Face / Show Courage)
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 220 x 82 x 77 cm
Erwerbung
1985 Übereignung des Ministeriums für Kultur der DDR

Objektbeschreibung

„Gesichtzeigen“ ist eine der wenigen großformatigen Skulpturen in Mattheuers Werk. Der Künstler hatte 1980 mit der Arbeit an dem Gipsmodell der überlebensgroßen Figur begonnen, die er ein Jahr später in Bronze gießen ließ. Grundlage des Entwurfs war eine kleinformatige Skulptur, die er bereits 1971 gefertigt hatte (WVZ Mattheuer/Leuenroth 2005, S5). Dargestellt ist der Künstler selbst, der sich eine Maske aus einem Schafskopf vor das Gesicht hält, sodass es halb verborgen ist. Das Schaf steht für eine gewisse Einfältigkeit und Dummheit, Eigenschaften, die unter bestimmten Umständen durchaus eine schützende Funktion haben können. Jedoch scheint die Person in diesem Fall im Begriff zu sein, die Maske zu lüften. Während die linke Hand diese hält, ist die rechte zur Faust geballt und symbolisiert den erwachenden Widerstand. Hatte der Künstler der Skulptur zunächst den Titel „Maskenmann“ gegeben, benannte er sie später in Erinnerung an die Leipziger Montagsdemonstrationen 1989/90 um und ergänzte ihn um den Zusatz „Gesichtzeigen“. Tatsächlich reflektiert „Mann mit Maske“ die Situation in der DDR kritisch und verweist auf das absurde Versteckspiel und die Heuchelei, zu der viele Bürger*innen gezwungen waren. Mattheuer und seine Frau Ursula beteiligten sich selbst aktiv an den Demonstrationen im Vorfeld des Mauerfalls. Insgesamt existieren sieben Bronzegüsse von der Skulptur. | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz