Der Widerstand - für Peter Weiss (III)
Ident. Nr.: A IV 587
ObjID: obj:963792
n/a
Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1986/1987
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Der Widerstand - für Peter Weiss (III)Übersetzung: The Resistance - for Peter Weiss (III)
- Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 200 x 270 cm
- Erwerbung
- 1987 Ankauf vom Künstler von der X. Kunstausstellung der DDR, Dresden
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963792
Objektbeschreibung
In Giebes großformatigem Gemälde überlagern sich dicht gedrängt Figuren und Einzelmotive: links Szenen von Folter und Gewalt; eine Frau, die ihr Kind schützend in die Arme schließt; darunter ein zusammengesunkener Mann im Anzug und aufgebahrte Leichen. Dominiert wird der Bildraum von zwei sich überkreuzenden und auseinanderstrebenden Figuren. Giebe brach mit der Idee eines kohärenten Raumgefüges und verwob verschiedene Zeit- und Narrationsstränge. Dabei orientierte er sich an Strukturelementen des Avantgarde-Films, montierte, überblendete, kombinierte Disparates zum surrealen Schockmoment. Gewidmet ist das Gemälde dem Schriftsteller Peter Weiss, dessen Romantrilogie „Die Ästhetik des Widerstands“ (1975–1981; 1983 in der DDR erschienen) den Maler zu einer intensiven Auseinandersetzung mit den Katastrophen von Faschismus und Stalinismus bewegte. Besonders beschäftigte ihn das Schicksal des KPD-Politikers, Publizisten und Widerständlers Willi Münzenberg, hier als stiller Beobachter am rechten Bildrand stehend erkennbar. Das Motiv der ineinander verschränkten Männer verweist sinnbildlich auf die Gegenwart von Ost-West-Konflikt und deutscher Teilung, „in der […] die ideologischen Irrwege der Vergangenheit nachwirken“ (Karin Thomas, in: Archiv-Blätter 23, Berlin 2015, S. 13). Giebe sah in ihnen „eine Metapher des Kampfes. […] vergangene wie verzauberte Brüder im Märchen, sich gegenbewegend, gebannt. Versunken in einer Zeit, die unter unserer Zeit liegt und hier und dort, klaffend, in sie hineinreißt.“ (Zit. n. Geschichtsbilder, Mainz 1999, S. 33) | Sophie Thorak
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
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Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
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