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Die Mühlen bei Wustrow

Ident. Nr.: A IV 168

ObjID: obj:963884

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
August Wilhelm Dressler (1886 - 1970),
Künstler*in
Datierung
1928
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die Mühlen bei Wustrow
Übersetzung: The Mills near Wustrow
Provenienz
Kauf: Ministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
1934? - 25.4.1939
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 79 x 101 cm
Erwerbung
1939 vom Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung als Werk der "Verfalls- und Judenkunst" der Nationalgalerie zur Verwahrung übergeben

Objektbeschreibung

In den wenigen Publikationen zu Dressler finden seine Landschaften, wenn überhaupt, nur marginal Erwähnung. Sicherlich lag sein künstlerischer Schwerpunkt auf der Darstellung von Frauen (vgl. „Plätterin“, B 78/22) oder Paaren: Beobachtungen zum menschlichen Miteinander. Dennoch beinhaltet sein Werk eine ganze Reihe von Landschaften und mindestens noch zwei weitere Darstellungen mit ähnlichem Motiv wie das vorliegende (vgl. Irene Lehr, Aukt.-Kat. 44, Berlin, 2016, Los 95, und Van Ham, Aukt.-Kat. 317, Köln, 2012, Los 37). Das Moment des Naiven tritt in diesen Darstellungen stärker zutage als in Dresslers Menschenbildern. Möglicherweise sollte damit im Gemälde „Die Mühlen bei Wustrow“ die Naturgewalt, der die kleine Figur durch das heranziehende Unwetter ausgesetzt ist, zwar erfahrbar bleiben, der Eindruck der Übermacht gegenüber dem Menschen aber gemindert werden. | Katharina Wippermann

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson