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Arbeitslose

Ident. Nr.: A IV 641

ObjID: obj:963933

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alfred Hesse (1904 - 1988),
Künstler*in
Datierung
1930
Weitere Titel
Sammlungstitel: Arbeitslose
Übersetzung: Unemployed
Provenienz
im Besitz des Künstlers,
1983
Material / Technik
Öl auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 70,5 x 90 cm
Erwerbung
1983 Ankauf vom Künstler, Dresden

Objektbeschreibung

Hesse malte das Bild „Arbeitslose“ ungefähr ein Jahr nach dem Beginn der Weltwirtschaftskrise 1929. Braun- und Grautöne schaffen eine bedrückende Atmosphäre: Die umherstehenden Männer, die in kleinen Gruppen beraten, haben ihre Hände in Jacken- oder Hosentaschen geschoben, ihre Schultern hoch- und die Mützen oder Hüte tief in die Stirn gezogen. Sie befinden sich an einem nicht identifizierbaren Ort, ohne Tätigkeit, ohne sichtbaren Ausweg. Die roten Augenringe der drei Gesichter im Vordergrund suggerieren Müdigkeit und Sorge. Es mag ironisch erscheinen, dass Hesse zu diesem Zeitpunkt erste berufliche Erfolge genoss, 1930 erhielt er einen großen Auftrag vom Deutschen Hygiene-Museum in Dresden für ein Wandbild (1945 zerstört). Als freischaffender Künstler widmete er sich hauptsächlich der Wandmalerei. Das Werk „Arbeitslose“ scheint keine Auftragsarbeit gewesen zu sein; es blieb im Besitz Hesses und war nach einer Berliner Ausstellung 1931 lange nicht mehr öffentlich zu sehen. 1983 wurde das Bild von der Nationalgalerie (Ost) angekauft mit der Absicht, es im Otto-Nagel-Haus am Märkischen Ufer zu zeigen (SMB-ZA, II A/NG 272), in dem sich die Ausstellung „proletarisch-revolutionärer Kunst“ befand. | Emily Joyce Evans

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson