Straßenszene am Abend
Ident. Nr.: NG 14/72
ObjID: obj:963949
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1926/1927
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Straßenszene am AbendÜbersetzung: Street Scene in the Evening
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1954Nachlass/Vermächtnis: Kurt Heldt, Hannover,
1954–1972 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 40,5 x 65,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963949
Objektbeschreibung
Nach einem Semester des Malereistudiums an der Berliner Kunstgewerbeschule 1924 wechselte Heldt an die Hochschule für die bildenden Künste in Charlottenburg. Den stärksten Einfluss aber übte zu jener Zeit Heinrich Zille auf ihn aus. Oft zog Heldt mit dem wesentlich älteren Künstler des Nachts durch Straßen und Kneipen. Zille beobachtete wie er das Geschehen auf unsentimentale Weise. Zudem hielt er die durch Bautätigkeit und Modernisierung bedrohte Kulisse dieses Lebens in zahlreichen Fotografien fest. „Straßenszene am Abend“ ist eines der charakteristischen Samstagnachtbilder Heldts aus jener Werkphase: Die Figuren sind nur ungefähr in Haltung und Gestik erfasst, das gelbe Gaslicht der Laterne erhellt punktuell Hauswand und Personen. In der Ferne zeigt sich ein letzter Lichtschein am Himmel. Zilles Milieuschilderungen wandelte Heldt zu Stimmungsbildern. Noch 1951 schrieb er in einem seiner Texte: „Aber gibt es etwas Einladenderes als ein behäbiges Portal, weit geöffnet und flankiert von Laternen, die Eingang, Gebäude und einen Teil der Straße davor erhellen? Der nächtliche Bummler wird magnetisch angezogen von solchen Lichtinseln, die ihm Behaglichkeit, Wärme, Geselligkeit und spätes Leben verheißen“ (zit. nach WVZ Schmied/Seel 1976, S. 106). Wir sehen einen breiten Durchgang auf einen großen Innenhof, auch dort sind Gaslaternen zu erkennen und die Doppelturmfassade der Nikolaikirche in der Ferne. Vor dem Tor hat sich eine fröhliche Gesellschaft versammelt, mit einem fülligen, festlich gekleideten Paar im Zentrum. Die Örtlichkeit erinnert an die wenige Jahre später abgerissene Gasse Am Krögel zwischen Spree und Molkenmarkt. | Angelika Wesenberg
Letzte Aktualisierung: 19.12.2025
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