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Drei Männer unter der Dusche

Ident. Nr.: A IV 519

ObjID: obj:963984

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Willi Sitte (1921 - 2013),
Künstler*in
Datierung
1964
Weitere Titel
Sammlungstitel: Drei Männer unter der Dusche
Übersetzung: Three Men in the Shower
Material / Technik
Öl auf Hartfaser
Abmessungen
Höhe x Breite: 170 x 120 cm
Erwerbung
1985 Ankauf vom Künstler, Halle/Saale

Objektbeschreibung

Trotz seiner allgemeinen Anerkennung als Künstler wurde Sittes Schaffen bis weit in die 1960er-Jahre im Zuge und Nachklang der um 1950 geführten Formalismusdebatte als nicht den Normen des Sozialistischen Realismus entsprechend kritisiert. Das Ringen des Künstlers mit der SED, deren Mitglied er seit 1947 war, einerseits und die Auseinandersetzungen der Partei mit Sitte andererseits kulminierten Anfang 1963 in einer von der Partei eingeforderten Selbstkritik in der Tagespresse. Darin bekannte sich Sitte ausdrücklich zu den Parteizielen und der endgültigen Durchsetzung des Sozialistischen Realismus (Meine ganze Kraft dem sozialistischen Realismus, in: Freiheit, 2.2.1963). Seine Kunst war jedoch auch danach oftmals nicht ideologiekonform, auch wenn er die Rolle der Partei als oberste Instanz nie in Frage stellte. Ausdruck davon ist Sittes expressiv gestaltetes Gemälde „Drei Männer unter der Dusche“, in dem er sich ganz bewusst von einer realistischen Darstellung von Proportion, Detail und Farbe löst und diese zu Ausdrucksträgern von Bewegung, Kraft und Vitalität erhebt. Gleichwohl bleibt der dargestellte Mensch im Gesellschaftlichen verhaftet. So auch in diesem Bild, das die Erfrischung dreier Männer womöglich nach getaner Arbeit zeigt. Anerkennung fand das Bild trotzdem nicht. Bei der Auswahl für die Ausstellung „Unser Zeitgenosse“ (Ost-Berlin, 1964), wurde es von der Jury mit dem Vorwurf der Darstellung „antihumanistischer Tendenzen“ zurückgewiesen (Ausst.-Kat. Schloss Cappenberg 2001, S. 36). | Maike Steinkamp

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson