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Bildnis Maria Günther

Ident. Nr.: A IV 279

ObjID: obj:964004

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Kurt Günther (1893 - 1955),
Künstler*in
Datierung
1933
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Maria Günther
Übersetzung: Portrait of Maria Günther
Provenienz
Nachlass/Vermächtnis: Maria Günther, Gera,
1972
Material / Technik
Tempera auf Holz
Abmessungen
Höhe x Breite: 35,5 x 30,5 cm
Erwerbung
1972 Ankauf von der Witwe des Künstlers, Maria Günther, Gera

Objektbeschreibung

Nach seiner Rückkehr aus Paris, wo er 1930 und 1931 Aktstudien an der Académie de la Grande Chaumière betrieben hatte, widmete sich Günther wieder der Porträtmalerei. Es entstanden Bildnisse jüdischer Freunde, von Kindern und seiner Frau Maria, geborene Fock (Lebensdaten unbekannt). 1932 hatte er sie im Büro des Bauhausarchitekten Thilo Schode (vgl. das Porträt von dessen Sohn Rolf, A IV 135) kennengelernt und zu Silvester desselben Jahres geheiratet. Weitere Bildnisse von ihr befinden sich im Berliner Kupferstichkabinett („Nähende Frau“, 1933, und „Mutter mit Kind im Arm“, 1934) sowie in Privatbesitz („Porträt einer jungen Frau mit Kopfstudien – Maria“, 1932; vgl. Kurt Günther. 1893–1955, Ausst.-Kat. Kunstgalerie Gera, 1993, Abb. S. 80, Nr. K 178). Die großblütige Chrysantheme erinnert an Günthers frühe Blumenstücke, entstanden 1913, als er an der Dresdner Kunstgewerbeschule studierte. Ihre schmalen, geschwungenen Kronblätter korrespondieren mit Maria Günthers ungewöhnlich langen Wimpern und deren Schattenwurf. In Verbindung mit den spinnennetzartigen Ärmeln der Porträtierten entsteht eine sonderbare, von Sonnenstrahlen und Düsternis durchwobene Atmosphäre. Im selben Jahr wurde Günthers Atelier von der Gestapo durchsucht. 1937 waren seine Werke in der diffamierenden Wanderausstellung „Entartete Kunst“ im Leipziger Grassi-Museum zu sehen. | Kyllikki Zacharias

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Bogenschützen

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Vier gespannte Bogen mit Pfeilen sind in dem nahezu abstrakt wirkenden Gemälde zu erkennen, auch die Körper der Bogenschützen und ihrer Pferde. Die Pfeile zielen auf ein Wildtier, das sich – offenbar schon getroffen, durchlöchert und blutend – auf dem Rücken wälzt. Wiederhold hat seine Bildidee in eine überbordende ornamentale Komposition übersetzt. Deren Farb- und Formfülle sowie das Motiv könnten ein ferner Reflex sein auf das 1909 entstandene „Bild mit Bogenschützen“ (The Museum of Modern Art, New York), das Wassily Kandinsky 1912 der Luxus- und Museumsausgabe des Almanachs „Der Blaue Reiter“ als handkolorierten Holzschnitt eingefügt hatte. In Wiederholds Gemälde verschmelzen Elemente von Futurismus, Orphismus, Art déco, russischer Folklore und Theater. Der als Ernst Walther Wiederhold geborene Künstler hatte 1924 ein Studium bei Cesar Klein in dessen Atelierklasse für dekorative Malerei und Bühnengestaltung an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin begonnen. Bereits im Juli 1925 erhielt er eine Einzelausstellung in Herwarth Waldens Galerie Der Sturm. Stilistische Einflüsse für die „Bogenschützen“ dürften von im „Sturm“ vertretenen Künstlern ausgegangen sein, etwa von Robert Delaunay, Alexandra Exter, Michael Larionow oder der Werkstatt Hablik-Lindemann. Auch die theaterbezogenen Arbeiten von Léon Bakst, Fortunato Depero und Gino Severini hat Wiederhold vermutlich gekannt. Als durch den Nationalsozialismus die Verdienstmöglichkeiten für ihn entfielen, gab er sein künstlerisches Schaffen auf, ließ sich zum Buchhändler ausbilden und blieb auch nach dem Zweiten Weltkrieg bei diesem Beruf. | Dieter Scholz

Bauer, Weihwasser nehmend

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