Details (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1975
- Material / Technik
- Tempera und Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 100 x 75 cm
- Erwerbung
- 1978 Ankauf vom Künstler, Berlin (West), durch das Land Berlin
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/964034
Objektbeschreibung
1965 entwickelte Köthe mit hyperrealistisch dargestellten, in Öl gemalten Collagen seine charakteristische Bildsprache, die er bis zu seinem Tod beibehielt. Er malte eingerissene Werbeplakate, die nur noch in Fetzen am Untergrund haften, Falten werfen oder sich aufrollen und in mehreren Schichten übereinandergeklebt sind. In dem Gemälde „Or“ geben rot lackierte Fingernägel den Blick auf eine weibliche Nasen- und Mundpartie frei, wobei die geschminkten Lippen besonders hervortreten. Am linken unteren Bildrand tauchen zwei angeschnittene blaue Buchstaben auf schwarzem Grund auf, die den Werktitel erklären. Mit seinem verwirrenden Spiel unterschiedlicher Bildebenen verweist Köthe auf die Vielfalt und Austauschbarkeit der beworbenen Konsumgüter. Die massenhaft medial verbreiteten Bilder haben ihre Aktualität eingebüßt, sie werden abgerissen und durch neue ersetzt. In anderen, komplexeren Werken verschränkte der Maler die in erster Linie an männliche Konsumenten gerichteten Werbebilder noch stärker miteinander, indem er Elemente von Autos und Motorrädern, Verkehrszeichen oder Zigaretten einbrachte und diese neben die sexualisierten Körper von Pin-Ups setzte. Ab 1967 stellte Köthe wieder vermehrt aus, 1972 richtete ihm der Neue Berliner Kunstverein im Schloss Charlottenburg in Berlin seine erste große Werkschau aus. | Irina Hiebert Grun
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
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