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Februar bei Haarlem

Ident. Nr.: NG 8/57

ObjID: obj:964043

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Alfred Manessier (1911 - 1993),
Künstler*in
Datierung
1956
Weitere Titel
Sammlungstitel: Februar bei Haarlem
Originaltitel: Février près d'Haarlem
Übersetzung: February near Haarlem
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 113 x 195 cm
Erwerbung
1957 Ankauf von der Galerie d'Art Moderne, Basel

Objektbeschreibung

Manessier, der 1941 während der deutschen Besatzung an der Ausstellung „Vingt jeunes peintres de tradition française“ in Paris mitgewirkt hatte, entwickelte mit seinen Freunden aus der Tradition heraus eine Abstraktion, die der französischen Malkultur verbunden blieb. Für Manessier drückte sich Schönheit in Farbe und Licht aus, nicht von ungefähr wurde er auch zum Schöpfer bedeutender Glasfenster. „Die ganze Passion gehört, da sie der Malerei als solcher gehört, der Farbe, und Farbe heißt für Manessier: Licht. Das Licht ist das große Thema und immer auch das große Geheimnis seiner Kunst. Es ist – als Farbe – in gleichem Maße elementares Mittel des Malers und Erscheinungsform jenes Geistes, als dessen Künder er sich beauftragt weiß.“ (Werner Schmalenbach, Alfred Manessier, Ausst.-Kat., Hannover, 1958, S. 11) Im Februar 1955 besuchte Manessier für einige Tage Holland. Die flache, durch Felder und Gräben gegliederte Landschaft und das silbrige, feuchte Licht beeindruckten ihn nachhaltig und führten zu einer Reihe ähnlicher Darstellungen: lineare, an chinesische Schriftzeichen erinnernde Formen in Blau auf grauem Grund, in sich farblich gegliederte Flächen, dazwischen Lichtquellen, Sonne und Mond – eine auf wenige Töne gestimmte Farbigkeit. Das zeichenhafte Gefüge bleibt dem Landschaftserlebnis verbunden, aber es reproduziert nicht Sichtbares, sondern vermittelt einen atmosphärischen Eindruck. Die Kunstgeschichtsschreibung hat diese Bilder der „lyrischen Abstraktion“, einer Richtung der École de Paris nach 1945, zugerechnet. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

Aufstehendes Pferd

Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson