Grauer Tag
Ident. Nr.: B 97
ObjID: obj:964051
1954 erworben durch das Land Berlin
n/a
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (Expert)
- Beteiligte
- Datierung
- 1921
- Weitere Titel
- Sammlungstitel: Grauer TagÜbersetzung: Grey DayMagistratsbeamter für Kriegsbeschädigtenfürsorge
- Provenienz
- im Besitz des Künstlers,
1954Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1954–1968 - Material / Technik
- Öl auf Leinwand
- Abmessungen
- Höhe x Breite: 115 x 80 cm
- Erwerbung
- 1954 Ankauf vom Künstler durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/964051
Objektbeschreibung
In diesem Bild vollzieht sich der Übergang von der mechanisch-konstruktiven Periode in Grosz’ Werk zum kritischen Verismus. Der Arbeiter und der Beamte im hinteren Teil der Darstellung sind als gesichtslose, wie automatisch funktionierende Kollektivtypen wiedergegeben. Die seelenlose Architektur erinnert an die Pittura metafisica Giorgio de Chiricos (vgl. „Der große Metaphysiker“, B 770) und der italienischen Futuristen um Carlo Carrà. Im Gegensatz dazu sind die Vordergrundfiguren in veristischer Messerschärfe charakterisiert: einerseits der „Magistratsbeamte für Kriegsbeschädigtenfürsorge“ (so der Titel des Bildes unter der Nummer 42 im Katalog der Mannheimer Ausstellung „Neue Sachlichkeit“ 1925), andererseits sein Opfer, der abgemagerte Kriegsversehrte. Aber auch hier sind die Menschen nicht als Individuen, sondern als Typen aufgefasst, die marionettenhaft dem von „der Gesellschaft“ geforderten Rollenmodell entsprechen und den Klassengegensatz von Bürgertum und Proletariat – verkörpert in der Ziegelmauer – nicht überwinden, sondern weiter zementieren. Auf die Aussichtlosigkeit dieses Zustands bezieht sich der atmosphärische Bildtitel „Grauer Tag“. Grosz verarbeitete das Motiv auch in der Lithografie „Inflation“ seiner im selben Jahr erschienenen Mappe „Im Schatten“. | Kyllikki Zacharias
Letzte Aktualisierung: 30.07.2026
Kontakt
Einrichtung:
Neue Nationalgalerie
E-Mail:
nng@smb.spk-berlin.de