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Büste Ludwig Justi

Ident. Nr.: NG 5/93

ObjID: obj:964062

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Magdalena Müller-Martin (24.12.1893 - 2.8.1980),
Künstler*in
Datierung
um 1947
Weitere Titel
Sammlungstitel: Büste Ludwig Justi
Übersetzung: Bust of Ludwig Justi
Material / Technik
Bronze
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 40 x 20 x 23 cm (ohne Sockel)
Erwerbung
1993 Ankauf von den Erben Ludwig Justis aus Mitteln der Stiftung Renée Sintenis

Objektbeschreibung

Die Büste stellt Ludwig Justi (1876–1957) dar, den ehemaligen Direktor der Nationalgalerie Berlin (1909–1933). In den Jahren zwischen 1919 und 1933 baute er eine neue Abteilung der modernen Kunst auf, deren Schwerpunkt auf dem Expressionismus lag. Von den Nationalsozialisten wurde er aus politischen Gründen aus dem Amt entfernt und arbeitete sodann als Kurator in der Kunstbibliothek. 1946 wurde Justi zum Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin auf der Museumsinsel in Ost-Berlin berufen und blieb nach der Teilung Deutschlands im Oktober 1949 in dieser Funktion bis zu seinem Tod 1957. Die Bildhauerin Müller-Martin porträtierte bekannte Persönlichkeiten wie den Schauspieler Emil Jannings, den Pianisten und Komponisten Conrad Ansorge sowie den Publizisten Rudolf Hauschild. | Sarah Hampel

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson