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Umschlungenes Paar

Ident. Nr.: NG 25/58

ObjID: obj:964071

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Otto Mueller (1874 - 1930),
Künstler*in
Datierung
1918
Weitere Titel
Sammlungstitel: Umschlungenes Paar
Übersetzung: Embracing Couple
Geografische Bezüge
Provenienz
Emmy Mueller, Berlin/Wyk auf Föhr,
1958
Material / Technik
Leimfarbe auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 59 x 47,5 cm
Erwerbung
1958 Ankauf von Emmy Mueller, der Schwester des Künstlers, Wyk auf Föhr

Objektbeschreibung

Paare bilden neben weiblichen Akten, Badenden, Waldlandschaften oder Roma und Sinti eines der fünf werkbeherrschenden Themen im Schaffen Muellers. Diese Arbeit gelangte aus dem Besitz der Schwester des Künstlers, Emmy Mueller, in die Sammlung der Nationalgalerie. Sie zeigt eine für Mueller eher untypische, intimere Darstellung eines Liebespaares. In ein ungewöhnliches achteckiges Format gerahmt dominiert das sich umarmende Paar vor einem gelb schraffierten Hintergrund. Von 1910 bis 1913 war der Maler Mitglied der 1905 in Dresden gegründeten Künstlergemeinschaft Brücke gewesen, unter deren Einfluss er seine Figuren ins Flächenhafte vereinfachte, seine Umrisse waren nun spannungsvoller und die Ausführung spontaner geworden. Dennoch blieb er letztlich auch in jener Zeit ein Einzelgänger, behielt seine verhaltene Farbigkeit und seine eher klassischen Figurenkompositionen bei. Seine Neigung galt der Kunst des alten Ägypten, in der das Leben der Dinge in die strenge, abstrakte Gesetzmäßigkeit der Fläche gebannt ist. Mueller bekannte sich ausdrücklich zu diesem Vorbild (vgl. das Zitat zu „Badende im Schilfgraben“, B 126); er ordnete seine Werke einer festen Geometrie unter, die er durch die entschiedenen Umrisslinien betonte – dem folgte er auch in der Gestaltung seiner Akte und Landschaften. | Tanja Pirsig-Marshall

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson