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Bildnis Ludwig Justi. 1. Fassung

Ident. Nr.: A III 451

ObjID: obj:964085

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Paul Wilhelm (1886 - 1965),
Künstler*in
Datierung
1957
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Ludwig Justi. 1. Fassung
Übersetzung: Portrait of Ludwig Justi. First Version
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 94 x 67 cm
Erwerbung
1959 Ankauf vom Künstler, Dresden, durch den Kulturfonds der DDR

Objektbeschreibung

1956 fand anlässlich des 70. Geburtstages des Künstlers eine große Personalausstellung in Dresden, Karl-Marx-Stadt und Ost-Berlin statt. Die Ausstellung in der Nationalgalerie eröffnete am 15. Dezember der betagte Ludwig Justi, dem Künstler Paul Wilhelm als großer Museumsmann selbstverständlich bekannt. Justi (1876–1957) war bereits von 1909 bis 1933 Direktor der National-Galerie gewesen und hatte damals sehr für die zeitgenössische Kunst eingesetzt. Ab 1946 war er Generaldirektor der Staatlichen Museen zu Berlin und kurze Zeit später zugleich Direktor der National-Galerie. Aus Dank und Bewunderung bat der Künstler darum, Justi malen zu dürfen. Während eines mehrtägigen Aufenthalts im Sommer 1957 am Wohnsitz Justis in Potsdam entstanden einige Zeichnungen (heute im Besitz der Berliner und Dresdner Kupferstich-Kabinette) und die Grundzüge dieses Porträts. Eine zweite Fassung malte Wilhelm wenig später in Dresden-Radebeul (Staatliche Kunstsammlungen Dresden). Justi starb am 19. Oktober 1957, er wird das fertige Bild nicht mehr gesehen haben. Es wurde 1959 für die Nationalgalerie erworben. Wilhelm zeigt Justi in repräsentativer Haltung, jedoch in überraschender Farbigkeit, in seiner häuslichen Bibliothek. In den Händen hält er vermutlich ein Exemplar seiner in mehreren Auflagen erschienenen Monografie über den Renaissancemaler Giorgione. Und aus den Taschenkalendern des Malers wissen wir, dass dieser das Werk 1957 las und exzerpierte. | Angelika Wesenberg

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson