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Die blaue Blume

Ident. Nr.: NG 20/67

ObjID: obj:964175

n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Ludwig Wilhelm Großmann (1894 - 1960),
Künstler*in
Datierung
um 1920-1960
Weitere Titel
Sammlungstitel: Die blaue Blume
Übersetzung: The Blue Flower
Material / Technik
Öl auf Hartfaserplatte
Abmessungen
Höhe x Breite: 36,8 x 22,7 cm
Erwerbung
1967 Vermächtnis M. J. von Wannowska, München, aus dem Nachlass des Künstlers

Objektbeschreibung

Mitten im Bild prangt in leuchtender Farbe die titelgebende blaue Blume. Sie eröffnet Spielraum zur Interpretation. So ist sie ein zentrales Symbol der Romantik, bekannt durch Novalis’ Romanfragment „Heinrich von Ofterdingen“ (1800). In diesem Kontext steht sie für Sehnsucht und Liebe, für die Vereinigung von Natur, Mensch und Geist sowie die Bestrebung, die Natur und damit das Selbst zu erkennen. Die Neuromantik zu Beginn des 20. Jahrhunderts begriff sie eher als Symbol gegen die Verstädterung und Konsumgesellschaft. Als Vanitas-Symbol versinnbildlicht die Schnittblume im Allgemeinen das Vergängliche und zugleich das metaphysische Streben nach Unendlichkeit. Ob der deutsch-französische Maler Großmann den poetischen Titel bewusst wählte, bleibt ungeklärt. Zudem fällt es schwer, das Werk genau zu datieren. Großmann war spezialisiert auf Blumenstillleben und Landschaften, fortlaufend malte er vergleichbare Motive. 1913/1914 hatte er in Paris studiert, ging dann zu Emil Orlik nach Berlin und schloss seine Ausbildung in München an der Städtischen Gewerbeschule bei Hans Fleischmann ab. Seine Vorliebe für Blumenstillleben vertiefte er durch den Besuch der Blumenmalklasse bei Friedrich Richard Hartmann. Nach dem Ersten Weltkrieg engagierte sich Großmann als Gründungsmitglied der Neuen Gruppe München und war auf fast allen großen Münchner Kunstausstellungen vertreten. | Johanna Yeats

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Aufstehendes Pferd

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Das ehemals im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin befindliche „Aufstehende Pferd“ aus lebhaft strukturiertem rot-schwarzen Lahnmarmor steht exemplarisch für Graevenitz’ Schaffen, dessen künstlerisch erfolgreichste Phase in die Zeit des Nationalsozialismus fiel. Ab 1937 leitete er die Bildhauerklasse sowie – mit einigen Unterbrechungen aus gesundheitlichen Gründen – vom selben Jahr bis 1945 die Kunstakademie in Stuttgart als Direktor. Beim vorliegenden Werk hat von Graevenitz offenbar das Zugleich von noch ruhendem Pferdekörper und sich bereits in Bewegung setzenden Vorderbeinen samt sich aufbäumendem Kopf bildhauerisch gereizt, variierte er das Thema doch mehrfach: so etwa in der monumentalen Travertinskulptur „Aufstehendes Pferd“ von 1934/1935 für den Garten des Robert-Bosch-Krankenhauses Stuttgart oder in seinem 1934 möglicherweise im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Berliner Olympiageländes entstandenen Entwurf „Pferd in Wellen“ (Verbleib unbekannt). Das heute als Dauerleihgabe in der Stiftung Fritz von Graevenitz in Solitude bei Stuttgart befindliche „Aufstehende Pferd“ aus dem Bestand der Nationalgalerie war von Graevenitz’ bildhauerischer Beitrag auf der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ 1937 im Münchner Haus der Deutschen Kunst; es wurde 1938 auch unter dem Titel „Leżący koń“ (Liegendes Pferd) auf der Propagandaschau „Deutsche Bildhauer der Gegenwart“ in Warschau und Krakau gezeigt. | Yvette Deseyve

Un-Quadrat rot

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„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson