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Bildnis Edwin Redslob

Ident. Nr.: B 68/20

ObjID: obj:964779

1955 erworben durch das Land Berlin
n/a

Details (Expert)

Beteiligte
Augusta von Zitzewitz (1880 - 1960),
Künstler*in
Datierung
1953
Weitere Titel
Sammlungstitel: Bildnis Edwin Redslob
Übersetzung: Portrait of Edwin Redslob
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Abmessungen
Höhe x Breite: 88,5 x 70,5 cm
Erwerbung
1955 Ankauf durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Objektbeschreibung

Im Schaffen der Berliner Künstlerin nahm die Bildnismalerei breiten Raum ein. Namhafte Persönlichkeiten des kulturellen Lebens ließen sich von ihr porträtieren, etwa Max Herrmann Neiße, Alfred Kerr, Leonhard Frank, Claire Waldoff, Wilhelm Furtwängler oder Renée Sintenis. 1953 entstand das Bildnis des Kunsthistorikers, Kulturpolitikers, Publizisten und Mitgründers der Freien Universität Berlin Edwin Redslob (1884–1973). Es zeigt den 69-Jährigen im Sessel sitzend, in den Händen ein Buch mit rotem Umschlag haltend. Zu Entstehungszeit des Porträts war Redslob Prorektor der Freien Universtät und lehrte dort Kunst- und Kulturgeschichte. Vor neutralem Hintergrund hat von Zitzewitz den interessiert blickenden Gelehrten mit lockerem Pinselduktus festgehalten. Die blauen, olivfarbenen und roten Töne der Kleidung bilden malerische Kontraste. Helligkeit liegt auf dem Gesicht und den Händen. Anlässlich des Todes der Malerin 1960 würdigte Redslob in einem Brief an deren Tochter das „Lebendige und Belebende“ ihres Wesens und ihrer Kunst. Sie sei mit Sicherheit ans Werk gegangen und habe auf mitunter geheimnisvolle Art ein Bild von der Vision bis zur Vollendung gebracht. „Ich habe das beobachten können, als sie in unvergessenen Tagen mich zu porträtieren unternahm“ (zit. nach Heinrich Eugen von Zitzewitz, Augusta v. Zitzewitz, Braunschweig 1978, S. 30). | Birgit Verwiebe

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Neue Nationalgalerie

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Un-Quadrat rot

Un-Quadrat rot

„Das Schrägelement – der senkrecht und waagrecht beschnittene, schräge Balken – […] ist aus der Diagonalen im Quadrat gewonnen. Daher steht es den Grundlagen und dem Ausgangspunkt absoluter Malerei nahe“, heißt es in Stankowskis Buch „Bildpläne“ (Stuttgart 1979, S. 97). Ein von links unten aufsteigender Schrägbalken sei „Ausdruck von Energie und Antriebskraft“; eine Diagonale vermittele „Erregung, Bewegtheit, Rhythmik und ‚Sensation‘“, unabhängig von ihrer Richtung (S. 99). Der Künstler und Designer Stankowski beschäftigte sich zeitlebens so intensiv mit dem Schrägelement, dass die Form zu einer Art Markenzeichen seiner Kunst wurde – sowohl in freien Arbeiten als auch im Grafikdesign. Sein wohl bekanntester Schrägstrich ist Teil des quadratischen Logos für die Deutsche Bank, das 1973 entstand. Doch bereits zuvor war die Schräge das visuell am ausgiebigsten erforschte Element seines Schaffens – ob in experimentellen Fotografien, Werbecollagen, Funktionsgrafiken, Markendesigns oder freien künstlerischen Arbeiten. Mit „Un-Quadrat“ ließ Stankowski die Schräge zur Bildgestalt werden: Die Leinwand selbst hat als „shaped canvas“ („geformtes Bild“) die aufsteigende Schrägform angenommen. Die Dynamik des Aufstrebens wird durch den Neigungswinkel unterstützt: Statt eines optisch ruhigeren 45-Grad-Winkels, der Diagonale eines Quadrats, wurde hier ein Winkel mit energiegeladenen 55 Grad gewählt. Diesen Kniff hatte Stankowski bereits erfolgreich beim Deutsche-Bank-Logo eingesetzt (dort mit 53 Grad). Der Werktitel „Un-Quadrat“ verweist also einerseits auf die als Bildkörper ausgeformte Leinwand ohne klassische rechte Winkel, andererseits auf das dynamische Ausbrechen der Schräge aus der Quadratdiagonale. | Christina Thomson